Erbaut: wohl Anfang des 19. Jahrhunderts
Parzellennummer 1836: 127
Grundfläche des Hauses 1836: 19,7 Quadratruten (entspricht ca. 161,7 qm)
Steueranschlag 1745: 200 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Zinsfrei

Beim Hochwachtturm 5 (Bildquelle: Helmut Proß)Beim Hochwachtturm 5 (Bildquelle: Helmut Proß)

 

 

 

 

 

 

Die im Zehnthof gelegene Scheune grenzt hinten an die Stadtmauer und seitlich an den Hochwachtturm. Gebäude an der Stadtmauer waren nicht besonders beliebt, weil eine komplette Hausseite nicht durchfenstert werden konnte. Hier betrifft dieses Problem noch zusätzlich die halbe Hausseite, die am Hochwachturm liegt.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine neue Scheuren, beÿ der Hochwacht, Zwischen der Statt Mauren und David Scherttingers Cronenwirths Scheuren, stost vornen auf den Thurm und die Allmand, und hinten H[an]ß Jerg Klinglers Nachtwächters auch Johanes Dollinger Scheuren.

Lage

Gebäudebeschreibung
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen zweigeschossigen Massivbau, der mit dem Westgiebel unmittelbar an bzw. über die Stadtmauer gebaut wurde. Nördlich flankiert der Hochwachtturm das Gebäude. Das sehr stattliche Ökonomiegebäude schließt nach oben mit drei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach ab.

Bau- und Besitzgeschichte
Die Scheune war bis 1821 im Besitz des Heiligen St. Veit in Mühlhausen am Neckar. Mühlhausen war bis ins frühe 19. Jahrhundert ein reichsritterschaftliches Dorf, das zunächst einem Rittergeschlecht gehörte, das sich nach diesem Dorf benannte, später waren die Herren von Kaltenthal und andere Niederadlige Ortsherren. Zwei Brüder, Reinhard und Eberhard von Mühlhausen haben im 14. Jahrhundert bei Kaiser Karl IV. in Prag Karriere gemacht und stifteten 1380 in Mühlhausen die Veitskapelle, zu deren Ausstattung die Zehntrechte in Waiblingen gehörten. Die Zehntrechte sind seit 1491 nachweisbar, wurden „Schreiberzehnt“ genannt und umfaßten Abgaben von über 300 Morgen Äckern in allen drei Zelgen. Nachdem im 19. Jahrhundert sämtliche Naturalabgaben abgeschafft worden waren, war eine Scheune zur Aufbewahrung von Zehnteinnahmen nicht mehr notwendig, weshalb das Gebäude 1821 an Matthäus Fenninger verkauft wurde. Fenninger hat danach die alte Scheune abbrechen lassen und neu gebaut. Allerdings ist zu erwarten, dass noch Reste der Vorgängerscheune im Unter- bzw. Erdgeschoss überliefert sind. Eine bauhistorische Untersuchung der Scheune wird dringend angeraten.

Bis 1821
Zehntscheune des Heiligen St. Veit in Stuttgart-Mühlhausen

1821
An Matthäus Fenninger verkauft, der die Hälfte noch im selben Jahr an Johannes Braun weitergibt

1832
Johannes Brauns Frau und Gottlob Friedrich Seeger Frau je hälftig