Erbaut: 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Parzellennummer 1836: 153 und 154
Grundfläche des Hauses 1836: 9,0 Quadratruten (entspricht ca. 73,9 qm)
Scheune: 9,1 Quadratruten (entspricht ca. 74,7qm)
Steueranschlag 1745: 158 Gulden (Haus und Garten), 50 Gulden (Scheune)
Grundherrliche Abgabe:

Kellerei Waiblingen 6 Schilling oder 13 Kreuzer aus dem Haus

Hadergasse 12 (Bildquelle: Helmut Proß)Hadergasse 12 (Bildquelle: Helmut Proß)

 

 

 

 

 

 

 

 

Das hübsche Ackerbürger- und Handwerkerhaus in der Hadergasse 12 mit quergestellter Scheune (Hadergasse 14), dürfte in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut worden sein.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine zweistoketen Behaůsůng, nebst einem kleinen gewölbten Keller, im Hadergäßle, zwischen Mattes Bek, Weing.[ärtner] ůnd der Scheůer, stoßt vornen aůf die Allmand, und hinten die Zehendscheůer.

Eine Hofstadt, so 3½ R[u]ten Plaz ůnd derzeit ein Kůchengartten ist, in ged.[achtem] Hadergäßle, zwischen Kristof Eiselens W[i]tt[i]b. Haus und der Stadtmaůer, stoßt vornen teils aůf die Gaßen, teils Wilhelm Feilen Hofstadt, und hinten der Herrschafft Zehendscheuer.

Eine Scheuer im Hadergäßle, zwischen obigem Haůs ůnd Wilhelm Feil.

Lage

Ausschnitt des Primärkatasterplans (1836)

Gebäudebeschreibung
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, welches in einer engen Häuserreihe gleichartiger Wohnhäuser steht. Über einem massiv gemauerten Erdgeschoss mit rundbogigem Türportal erhebt sich ein fachwerksichtiges Obergeschoss. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach ab. Sämtliche Geschossebenen stoßen am südlichen Giebel leicht vor. Die Schwellen der Dachgeschosse zeigen hier eselsrückenartige Kerbfolgen, wie sie für die Zeit um 1700 typisch sind.

Bau- und Besitzgeschichte
Da die Hausbesitzer einen Zins von 6 Schilling in die Kellerei Waiblingen zu entrichten hatten, läßt sich die Besitzgeschichte bis 1494 zurückverfolgen. Die Eigentümer waren alle Handwerker oder kleine Ackerbürger, wie das in der Hadergasse nicht anders zu erwarten ist. Über Kaspar Eberle, 1568 Eigentümer eines Vorgängerbaus sind einige persönliche Details bekannt. Er wurde 1566 erstmalig als Schütze gemustert, ist also um 1540 geboren. Im Lagerbuch von 1568 ist er als Besitzer von 8 Morgen Acker und ca. 1 Morgen Weinbergen genannt, vermutlich hatte er darüberhinaus noch einige freieigene Güter. Damit zählt er zur Mittelschicht. Der Erbauer des Hauses nach dem Stadtbrand von 1634 ist bislang leider nicht bekannt. Später waren die Eigentümer Handwerker und Weingärtner, Haus und Scheune gehörten nicht immer dem selben Besitzer. Es fällt aber auf, dass das Haus im 18. Jahrhundert immer auf zwei Parteien aufgeteilt war.

1494-1511
Johannes Derdinger, Anrainer: Michael Süßerwein und hinten Hans Tegen Scheune im Zehnthof

1568
Jung Kasper Eberle, Anrainer: Kaspar Raumaier, Michael Geiernest, hinten die herrschaftliche Zehntscheune im Zehnthof

1745
eine Hälfte: Johannes Ritzer, später Friedrich Spaich, Schreiner, 1790 von der Schwiegermutter Christof Eisele Witwe gekauft, die andere Hälfte: Johann Konstantin Speidel, Gürtler

1836
Christian Otting, Krämer und Friedrich Pfund (Haus, je hälftig), Philipp Jakob Lohrmann, Weingärtner (Scheune, seit 1799)

1842
eine Hälfte des Hauses Konrad Braun von Johann Konstantin Speidel gekauft