Erbaut: 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Parzellennummer 1836: 151
Grundfläche des Hauses 1836: 6,6 Quadratruten (entspricht ca. 54,2 qm)
Steueranschlag 1745: 75 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Geistliche Verwaltung Waiblingen 22 Kreuzer, 4 Heller

Hadergasse 8 (Bildquelle: Helmut Proß)Hadergasse 8 (Bildquelle: Helmut Proß)Die Hadergasse, eine kurze Gasse, zwischen der Lange Straße und der Stadtmauer gelegen, war, wie der “Sack” und die Sachsenheimer Gasse (heute mit der Marktgasse überbaut) eine Arme-Leute-Wohngegend. Alle drei Wohngebiete liegen nicht an einer der Hauptstraßen und sind durch ein- oder maximal zweigeschossige Häuser auf kleinen Parzellen charakterisiert, die häufig noch zwischen mehreren Besitzern aufgeteilt waren. Oft hatten reichere Bürger, deren Grundstücke an den Hauptstraßen keinen Platz für Nebengebäude boten, in einem dieser drei Viertel ihre Scheunen oder Ställe.

Der Name “Hadergasse” wird von der älteren stadtgeschichtlichen Forschung von “Hauderer” für Fuhrmann abgeleitet. In der Hadergasse hätten dann die Fuhrleute gewohnt. Der Begriff “Hauderer” scheint aus der Literatur entnommen und eher im 18. Jahrhundert gebräuchlich, der Name “Hadergasse” wird dagegen bereits im Lagerbuch der Kellerei 1568 verwendet, ein Quellenbeleg aus dem Remstal liegt bislang nicht vor. Die Herleitung des Namens von den Hauderern scheint daher nicht zu passen. In Großheppach hieß die heutige Kirchstraße in historischer Zeit “Haderngasse”, und auch dort handelte es sich um eine Arme-Leute-Wohngegend. Daher erscheint eine Herleitung des Straßennamens von “Hadern” (dem alten Wort für “Lumpen”) wahrscheinlicher, auch wenn dies für die damaligen Bewohner wenig schmeichelhaft gewesen sein dürfte.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichte Behausung im Hader Gäßle, Zwischen Conrad Weiblinger und Georg Friderich Binder, stost Vornen auf das Gäßle, und hinten die Scheuren F[ü]rstl:[icher] Kellereÿ gehörig.

Lage

Gebäudebeschreibung
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein giebelständiges, zweigeschossiges Wohnhaus, welches in einer engen Häuserreihe gleichartiger Wohnhäuser steht. Aufgrund von jüngeren Überformungen läßt sich die genaue Baustruktur von außen nicht erkennen. Über einem mutmaßlich massiv gemauerten Erdgeschoss erhebt sich ein verputztes Fachwerk-Obergeschoss. Nach oben schließt das Gebäude mit einer Dachgeschossebene unter einem Satteldach ab. Sämtliche Geschossebenen stoßen am südlichen Giebel leicht vor.

Bau- und Besitzgeschichte

Das Haus Hadergasse 8 war in die Geistliche Verwaltung zinspflichtig, deren Lagerbücher noch nicht ausgewertet sind. Daher läßt sich die Besitzgeschichte nicht weiter als bis zum Beginn der Güterbücher 1745 zurück verfolgen. Da es sich um ein verputztes Fachwerkhaus handelt, läßt es sich von außen kaum datieren, lediglich die starken Stockwerksvorstöße lassen vermuten, dass das Haus im späten 17. Jahrhundert gebaut wurde.

1745
Haushälfte A: Ludwig Jehle Witwe
Haushälfte B: alt Hans Jörg Dobler

1758
Haushäflte B: an die beiden Söhne Leonhard und Georg Friedrich Dobler vererbt

1759
Haushälfte A: an Johann Leonhard Dobler verkauft

1791 / 1794
Jung Gottlob Klingler kauft beide Haushälften

1819
Gottfried Klingler, Gottfried Sohn