Erbaut: möglicherweise 18. Jahrhundert, das Zwerchhaus später
Parzellennummer 1836: 170
Grundfläche des Hauses 1836: 9,1 Quadratruten (entspricht ca. 75 qm)
Steueranschlag 1745: 182 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Armen Kasten Waiblingen: 5 Schilling, 10 Heller oder 12 Kreuzer, 3 Heller
Kellerei Waiblingen: 1 Kreuzer, 4 Heller

Kurze Str. 38 (Bildquelle: Helmut Proß)Kurze Str. 38 (Bildquelle: Helmut Proß)Das Haus Kurze Straße 38 liegt mit den Häusern Kurze Straße 40 und Lange Straße 57 auf einem dreieckigen Areal, das von allen Seiten von Straßen umschlossen ist, der Lange Straße, der Kurzen Straße und einem kurzen Straßenstückchen entlang den Häusern Lange Straße 53-55, das früher obere Kirchgasse oder obere Pfarrgasse hieß. Diese Namensgebung bezog sich auf das Haus Kurze Straße 40, das bis ins 20. Jahrhundert den kirchlichen Behörden gehörte und jeweils vom zweiten Stadtpfarrer bewohnt wurde, weshalb es auch Diakonat- oder Helferhaus hieß.

Das Helferhaus hatte die größte Grundfläche von diesen drei Häusern und zwar zusatzlich mit einem Innenhof, einem Waschhaus und einem Schweinestall ausgestattet. Das Haus Kurze Straße 38 war dagegen das kleinste Anwesen und hatte keinerlei Nebengebäude. Daher war es nur als Handwerkerhaus nutzbar, demnach waren die Eigentümer auch ein Uhrmacher, ein Schuhmacher und ein Schmied.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichte Behausung in der Kurzen Gaßen mit einem gewölbten Keller, zwischen dem Helfferath Höflen und dem oberen Pfarr Gäßlen, stost Vornen auf die Kurze Gaßen und hinten Johan[n]es Lehre, Wagner.

Lage

 

Gebäudebeschreibung
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Bau- und Besitzgeschichte
Über die Baugestalt läßt sich ohne bauhistorische Untersuchung kaum eine Aussage treffen. Möglicherweise stammt das zur Kurzen Straße traufständig stehende Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, dem später ein Zwerchhaus aufgesetzt wurde.

Über Jakob Stölzle oder Stolz, der 1568 im Kellereilagerbuch als Besitzer des Vorgängerbaus genannt ist, sind einige Details aus seinem Leben bekannt. Er läßt von 1558 bis 1568 mit Anna Palmer zehn Kinder taufen und ist von 1558 bis 1608 als Schütze gemustert. Sein gleichnamiger Sohn war sogar zeitweilig in Frankreich und in den Niederlanden im Kriegsdienst, weshalb er 1608 zum Feldwebel in der Auswahl bestellt wurde. In einem Zeugenverfahren 1586 macht der Vater folgende Angaben: er sei 50 Jahre alt, ein Bäcker und habe ca. 1.000 Pfund Vermögen, womit er zur oberen Mittelschicht gehörte.

1494 und 1511
Jörg Stierle, das Haus ist in der Herdstättenliste von 1525 mit dem eher unterdurchschnittlichen Wert von 80 Gulden angeschlagen

1568
Jakob Stölzle, Anrainer: Jörg Widmann, Karl Eckard und Magdalena, Werner Brust Witwe.

1745
Johannes Böckele, Uhrmacher

1762
Jacob Friderich Wagner, aus der Verlassenschaft des Johannes Böckele gekauft

1773
an Johannes Jäger verkauft

1797
die Hälfte an Friedrich Künzer verkauft

1836
Christian Michelbacher, Schuhmacher, und Friedrich Künzer, Schmied, je hälftig