Erbaut: 1771 (archivalisch belegt), 1780 um ein Stockwerk erhöht
Parzellennummer 1836: 231
Grundfläche des Hauses 1836: 10,8 Quadratruten (entspricht ca. 88,6 qm)
Steueranschlag 1745: 250 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Zinsfrei

Kurze Strasse 4 (Bildquelle: Helmut Proß)Kurze Strasse 4 (Bildquelle: Helmut Proß)Das unscheinbare Haus Kurze Straße 4 steht an zweiter Stelle nach der Kreuzung mit der Langen Straße. Der gesamte Platz hinter dem Haus wird durch eine, zur Lange Straße 13 gehörige Scheune eingenommen, so dass es hinter dem Haus keine Möglichkeit gab Nebengebäude anzubauen. Obwohl das Haus nur über eine kleine Grundfläche verfügte, wurde es - trotz dieser beengten Situation - zunächst als Bauernhaus genutzt, was durch einen, in das Haus eingebauten sogenannten „Scheurentenn“ möglich war, eine in das Haus integrierte Scheune.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Einer 2. stockichten Behausung mit einem Scheuren Thenn, gewölbten Keller, auch einer Vornen daran eingesteinten s: v: Tung-Gerechtigkeit in der Kurzen Gaßen, Zwischen Ulrich Kienzlen, und H:[err] Jacob Freÿen Witt:[we], stost vornen auf die Kurze Gaßen, und hinten H:[err] Philipp Lippen.

Gebäudebeschreibung 1831
Eine 3-stockige Behausung mit gewölbtem Keller und vorne daran angebauter Dunglege.

Lage

Gebäudebeschreibung
Beim Gebäude Kurze Straße 4 handelt es sich um ein dreigeschossiges, giebelständiges Gebäude, dessen Erdgeschosszone durch einen Ladeneinbau modern überformt wurde. Darüber erheben sich zwei verputzte Fachwerk-Obergeschosse mit annähernd symmetrischer Fassadengliederung. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach ab. Die sehr schlichte Straßenfassade wird durch zwei Gesimsbänder über den Obergeschossen unterteilt.

Bau- und Besitzgeschichte
Das Gebäude war häufig auf zwei Parteien aufgeteilt, Eigentümer waren meist Tuchmacher und Weber, die spezielle, leicht veredelte Stoffe herstellten. Nach einem Brand 1771 wurde der Vorgängerbau abgebrochen und ein Neubau aufgeführt, der bereits 1780 um einen Stock erhöht wurde. Danach wurde das Haus ausschließlich als Handwerkernhaus genutzt.

1745
Philipp Eckard, Bauer

1748
Eine Hälfte von Johannes Eckard, Schneider erkauft

1751
Eine Hälfte von Obrigkeits wegen an Wendel Pfleiderer verkauft (vermutlich wegen der Insolvenz des Philipp Eckard)

1750
½ Friedrich Gabriel Fink, Tuchmacher, später Michael Alllmendinger

1761
½ Johannes Spitz, Schlosser

1771
Brand und Wiederaufbau

1780
½ Sohn Johann Heinrich Spitz. Das neue Gebäude um einen Stock erhöht.

1793
Johann Heinrich Spitz kauft auch die andere Hälfte.

1819
Johannes Reichert

1831
Ehenachfolger Johann Melchior, Tuchmacher

1846
Johannes Härtner, Tuchmacher

1856
Christian Pfleiderer, Tuchmacher

1876
Karl Pfleiderer, Tuchmacher