Erbaut: 18./19. Jahrhundert
Parzellennummer 1836: 171
Grundfläche des Hauses 1836: 19,1 Quadratruten (entspricht ca. 156,8 qm)
Steueranschlag 1745: 201 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Geistliche Verwaltung 21 Kreuzer, 4 Heller

Kurze Str. 49 (Bildquelle: Jörg Heinrich)Kurze Str. 49 (Bildquelle: Jörg Heinrich)Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 3. stockichte Behausůng mit einem gewölbten Keller, und einer vornen daran Befindlichen s:[alva] v:[enia] Tůng gerechtigkeit in der Kůrtzen gassen, Zwischen Philipp Lederer, ůnd der allmand ein= anderseits dem Allmand Gäßlen, Vornen aůf die kůrze Gassen, und hinten Heinrich EckensPerger.

Gebäudebeschreibung 1877
Ein zweistockiges Wohnhaus, erster Stock und Souterrain von Stein, sonst Fachwerk, mit gewölbtem Keller, an der Kurzen Straße, bei der Latein- und Realschule. Dazu ein zweistockiges Magazingebäude, 1. Stock und nördlicher Giebel von Stein, sonst Fachwerk, dem Haus gegenüber in der Pfarrgasse.

Lage

Gebäudebeschreibung
Beim Gebäude Kurze Straße 49 handelt es sich um ein dreigeschossiges Gebäude, welches an der Einmündung zur Pfarrgasse steht und weit in den Straßenraum der Kurzen Straße vorstößt. Über einem durch Ladeneinbauten modern veränderten, massiv gemauerten Erdgeschoss erheben sich zwei verputzte Fachwerk-Obergeschosse, die sowohl giebel- als auch traufseitig leichte Stockwerksvorstöße ausbilden. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach mit Halbwalmen ab. Der sehr langgestreckte Baukörper folgt dem Straßenverlauf der Pfarrgasse und zeigt etwa in der Gebäudemitte einen leichten Knick, was auf die Überbauung ursprünglich zweier Parzellen hinweisen dürfte. An der südlichen Traufseite befindet sich ein rundbogiges Kellertor.

Bau- und Besitzgeschichte
Kurze Str. 49 von 1913 (Bildquelle: Helmut Proß)Kurze Str. 49 von 1913 (Bildquelle: Helmut Proß)Das Haus Kurze Straße 49 liegt an der Einmündung der Pfarrgasse, die einige Meter tiefer liegt, weshalb die rechte Hausseite einen hohen Gebäudesockel aufweist. Es befand sich 1745 im Besitz der Erbengemeinschaft des Altbürgermeisters Johann Weißer, einem der Erben - dem Jurist Johann Konrad Kaspar - gelang es aber die zersplitterten Erbanteile aufzukaufen. Danach blieb das Haus zwar immer in der Hand eines Besitzers, es wurde aber oft verkauft, zunächst an Angehörige der städtischen Obersicht, Juristen, Ärzte und Verwaltungsbeamte, später auch an Handwerker. 1801 erwarb der Rotgerber Johann Bunz das Haus für seinen Schwiegersohn Johann Christian Böhringer, Kaufmann, der es in ein Geschäftshaus umwandelte. 1819 integrierte Böhringer ein kleineres, hinten anschließendes Gebäude in der Pfarrgasse, so dass das Haus zum wahrscheinlich längsten Gebäude in der Waiblinger Altstadt wurde. Es folgten weitere Verkäufe in kurzen Abständen. Das Haus blieb aber Geschäftshaus und wurde 1864 um ein, gegenüber der Pfarrgasse gelegenes Magazingebäude ergänzt.

1745
Erben des Altbürgermeister Johannes Weißer (1645-1722):
7/16 Maria Agnes, geb. Karcher (1669-1735), Witwe des Altbürgermeister Johann Weißer
1/48 Sabina Magdalena, geb. Brand (1692-1750), Witwe des Jung Johann Weißer (1682-1739)
1/48 Anna Maria, geb. Weißer (1683-1737), Witwe des Stadtschreiber Georg Christian Fischer (1670-1734)
1/48 Johann Christof Weißer, Dr. med. und Stadtphysikus in Balingen (1691-1761)
1/2 Maria Katharina, geb. Weißer, Witwe des Pfarrer Johann Friedrich Brand in Hohenacker (1703-1735)

1745/1746
Die Witwe des Jung Johann Weißer kauft fast alle Erbteile zusammen, die sie an ihren Schwiegersohn Johann Konrad Caspar, Rechtsanwalt und Notar übergibt, ihm gelingt es auch die restlichen Erbteile zu kaufen.

1763
Johann Karl Fenninger, Oberamtmann und Klosterverwalter in Hirsau kauft das Haus von der Witwe Sofie Margaretha Caspar für 1.030 Gulden.

1768
Johann Christian Hagmaier, Stadtschreiber und sein Schwiegervater Gottfried Imisch kaufen das Haus für 1.245 Gulden, später gelangt es für 1.200 Gulden an Johann Ulrich Schmoll, Kellereiküfer.

1787
Johann Friedrich Pfleiderer und sein Sohn Johann Christof kaufen das Haus um 1.600 Gulden von den Schmollschen Erben.

1801
Johann Bunz der ältere, Weißgerber und des Rats, kauft das Haus für 3.000 Gulden von Johann Christof Pfleiderer und übergibt es einem Schwiegersohn Johann Christian Böhringer, Kaufmann als Aussteuer.

1819
Der in der Pfarrgasse befindliche kleinere Gebäudeteil, bis dahin ein selbstständiges Haus, wird in das Gebäude unter einem Dach integriert.

1838
Wilhelm Friedrich Ruthardt von Beutelsbach kauft das Haus um 7.500 Gulden.

1840
Gustav Sixt, Kaufmann erwirbt das Haus für 7.700 Gulden

1864
Gustav Sixt übergibt das Haus seinem gleichnamigen Sohn für 10.000 Gulden. In der Pfarrgasse, direkt gegenüber, wird ein Magazingebäude eingerichtet.

1871
Fritz Maier, Kaufmann, ledig, 30 Jahre alt, Sohn des Schulmeister in Murr an der Murr, kauft das Gebäude für 14.000 Gulden.