Erbaut: um 1700
Parzellennummer 1836: 28
Grundfläche des Hauses 1836: 10,8 Quadratruten (entspricht ca. 88,6 qm)
Scheune: 8,8 Quadratruten (entspricht ca. 72,2 qm)
Steueranschlag 1745: 192 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Armen Kasten 1 Pfund, 2 Schiling oder 23 Kreuzer, 4 Heller

Lange Strasse 16 (Bildquelle: Helmut Proß)Lange Strasse 16 (Bildquelle: Helmut Proß)Das Haus Lange Straße 16 liegt im unteren Bereich der Lange Straße, einem Gebiet, in dem vor allem kleinere Handwerker und Weingärtner wohnten. Es handelt sich um ein schmales Haus, das aber auf einer weit in den “Sack” reichenden Parzelle stand und im hinteren Bereich mit einer unterkellerten Scheune bebaut war.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichten Behausung samt einem halben Höfflen in der Langen Gaßen, Zwischen Philipp Adam SPaichen ein: anderseits Christian Göllers Wittib, stost vornen auf die Lange Gaßen, und hinten Herrn Ernst Christoph CasPars Fr:[rau] Witt:[we].

Lage

 

 

 

Gebäudebeschreibung
Lange Str. 16 ca. 1980 (Bildquelle: Helmut Proß)Lange Str. 16 ca. 1980 (Bildquelle: Helmut Proß)Bei dem Gebäude Lange Straße 16 handelt es sich um ein giebelständiges, zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus. Über einer massiv gemauerten und durch Ladeneinbau modern veränderten Erdgeschosszone erhebt sich ein verputztes Fachwerk-Obergeschoss. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach ab, welches im rückwärtigen, nördlichen Bereich nachträglich zu einem 2. Obergeschoss angehoben wurde. Die im Obergeschoss und im Giebel symmetrisch gegliederte Straßenfassade besitzt leichte Geschossvorstöße.

Bau- und Besitzgeschichte

Das Haus Lange Straße 16 hatte eine Zinsabgabe in den Armen Kasten Waiblingen zu entrichten, dessen Rechnungen ab 1648 erhalten sind. Dort ist 1667 Lorenz Steinle, Seiler, als Eigentümer einer unbebauten Hofstatt genannt. Das Haus dürfte um 1700 als zur Straße giebelständiges Gebäude errichtet worden sein. Der Hausbesitz war meist geteilt, zudem scheint der Keller unter der Scheune für die Eigentümer nicht so interessant gewesen zu sein, so dass er an Kaufleute verkauft wurde, die zusätzlichen Lagerraum benötigten, obwohl sie anderswo in der Stadt ihren Geschäftssitz hatten.

1667
Lorenz Steinle, Seiler, besitzt die unbebaute Hofstatt

um 1700
Neubau des heutigen Gebäudes

1745
Die Hälfte Johann Christof Lutz, Bortenwirker

1749
Eine Hälfte an Johann Kaspar Simon, Ehenachfolger des Johann Christof Lutz

1749
Die andere Hälfte von Sebastian Wellhaff Kindern und Handelsmann Baumhauer in Schwäbisch Gmünd gekauft und 1754 an Johannes Rohrauer, Bäcker, verkauft.

1754
Abraham Gerngroß kauft eine Hälfte von Kaspar Simon Witwe

1766
Ein Hälfte an Karl Franz Faser, Ehenachfolger des Johann Kaspar Simon

1778
Johann Martin Schweizer kauft eine Hälfte von Handelsmann Christof Gottlieb Bühner, als Ehehnachfolger des Abraham Frei und verkauft sie bereits 1784 an Heinrich Jung.

1836
Jacob Buck, Metzger, an dem Keller unter der Scheune besitzen Johann Friedrich Pfander und Kaufmann Willhelm Liesching je die Hälfte.