Erbaut: Neubau des 21. Jahrhunderts
Parzellennummer 1836: 2 und 2a
Grundfläche des Hauses 1836: 10,7 Quadratruten (entspricht ca. 87,8 qm); Scheune: 8,2 Quadratruten (entspricht ca. 67,3 qm)
Steueranschlag 1745: 124 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Haus:
Armen Kasten Waiblingen 3 Schilling oder 6 Kreuzer, 3 Heller
Spital Esslingen 6 Schilling oder 13 Kreuzer
Scheune (auf 2 Hofstätten gebaut):
Armen Kasten Waiblingen 11 Schilling, 4 Heller oder 24 Kreuzer, 3 Heller
Geistliche Verwaltung Waiblingen 5 Schilling, 10 Heller oder 12 Kreuzer, 3 Heller
Stadt Waiblingen 15 Schilling oder 32 Kreuzer, 3 Heller

 Lange Straße 3 (Bildquelle: Helmut Proß)Lange Straße 3 (Bildquelle: Helmut Proß)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dieser Seite der Langen Straße beginnt die Numerierung der Häuser mit der 3, weil die Nummer 1 bereits an den Beinsteiner Torturm vergeben ist.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine zweistockige Behausung mit einem gewölbten Kellerle und einer Hofraite, worin ein Schweinestall, hinter dem Beinsteiner Tor, zwischen Michael Berner und Friedrich Herb.
Eine Scheuer mit einem Tenn und Barn hinter dem Beinsteiner Tor, zwischen der Stadtmauer und dem Haus.

Lage

 

Bau- und Besitzgeschichte

Auf dem Anwesen Lange Straße 3 steht heute ein modernes Gebäude, das erst vor einigen Jahren fertiggestellt wurde. Die aus dem Besitz der Familie Walter stammenden Pläne (sowohl ein Situationsplan, als auch Grund- und Aufrisse) geben einen Einblick in die Bebauung im späten 19. Jahrhundert. Der aus Leipzig stammende Rotgerber Albert Walter hatte 1873 Bertha Murrthum geheiratet, die aus einer alteingessenen Esslinger Familie stammte. Wahrscheinlich kaufte Walter im selben Jahr die Hälfte des Anwesens Lange Straße 3 mit Haus und Scheune in Waiblingen. Dazu gehörte eine Wohnung im 2. Stock und eine Gerberwerkstatt im hinteren Teil des Erdgeschosses. Die Wohnung im 1. Stock und eine Metzgerei im vorderen Teil des Erdgeschosses gehörte dem Metzger Unger. Ein an das Haus angebauter Stall und die Scheune befanden sich im gemeinschaftlichen Besitz. Albert Walter ließ dann in seiner Wohnung die Dachschräge anheben, so dass zur Straße hin die drei Zimmer etwa um ein Drittel vergößert wurden (in den Plänen rot markiert).

Historische Pläne

Lange Str. 3 Lageplan (Bildquelle: Jörg Heinrich)Lange Str. 3 Lageplan (Bildquelle: Jörg Heinrich) Lange Str. 3 Seitenansicht (Bildquelle: Jörg Heinrich)Lange Str. 3 Seitenansicht (Bildquelle: Jörg Heinrich)
 Lange Str. 3 Grundriss Erdgeschoss (Bildquelle: Jörg Heinrich)Lange Str. 3 Grundriss Erdgeschoss (Bildquelle: Jörg Heinrich)

 Lange Str. 3 Grundriss  II. Obergeschoss (Bildquelle: Jörg Heinrich)Lange Str. 3 Grundriss II. Obergeschoss (Bildquelle: Jörg Heinrich)

Die Zacher-Chronik berichtet über die Bebauung nach der Brandkatastrophe im Dreißigjährigen Krieg: 1649, Hans Mayer, Weingärtner, Kautzenhannes genannt, baute hinter dem Beinsteiner Tor, nächst der Stadtmauer. Ob es sich dabei um das noch im 19. Jahrhundert bestehende Gebäude handelte, läßt sich aber nicht mehr abschätzen. Maier konnte 1658/59 die hintere der beiden Hofstätten, auf denen später die Scheune stand, übernehmen und 1667/1668 von Schloßküfer Michael Benner auch das vordere Grundstück. Alle drei Parzellen gehörten von da an zusammen. Ab 1705 war das Anwesen lange im Besitz der Gerberfamilie Buck, da sich die Lage direkt am Beinsteiner Tor und nah an der Rems für eine Nutzung als Gerberwerkstatt anbot, für die ein Zugang zu fließendem Wasser unbedingt notwendig war.

Lange Straße 3 (Bildquelle: Helmut Proß)Lange Straße 3 (Bildquelle: Helmut Proß)Vor der Brandkatastrophe von 1634 bestand das spätere Anwesen aus drei Grundstücken. Im Haus war zeitweilig eine Schule untergebracht. Der Platz an der Stadtmauer, wo später die Scheune stand, war aufgeteilt in zwei Parzellen.

1569
Städtische Schule (Haus), Anrainer: Hans Eltle, Jörg Ettlinger, hinten Hans Böhringer Kinder Hofraite

Um 1600
Andreas Kausler (Haus), Anrainer: Georg Ettlinger und Thomas Aichholz, hinten Lorenz Siegle Haus

Vor 1643 (1. Hofstatt, vorderer Teil)
Thomas Hörnle, Jörg Michael Benner, Schloßküfer ab 1658/1659, ab 1667/1668 Hans Maier, Weingärtner und von da an zum Haus gehörig

Vor 1643 (2. Hofstatt, hinterer Teil)
Alexander Gerber, ab 1658/59 Hans Maier, Weingärtner und von da an zum Haus gehörig

1649
Hans Mayer, Weingärtner, Kautzenhannes genannt, baute hinter dem Beinsteiner Tor, nächst der Stadtmauer

1686/1687
Sein Sohn Hans Christof Maier

1694
Seine Witwe

1697/1698
Hans Jakob Seiferle, der obigen Witwe nächster Ehemann

1705
Eine Erbengemeinschaft bestehend Georg Ruof, Hans Jakob Seiferle sowie drei seiner Kinder und drei Kinder des Hans Christof Maier verkauft das Anwesen für 500 Gulden an den Rotgerber Andreas Buck. Die beiden Hofstätten auf denen später die Scheune errichtet wurde, waren noch nicht bebaut, sondern wurden als Küchengarten genutzt. Anrainer: Balthaß Schäfer, hinten Anna Elisabetha Wunderlich und Wolfgang Friedrich Zacher

1711
Andreas Buck verkauft das Anwesen, bestehend aus einem Haus, Hoffläche, 2 Hofstätten, die als Gewürzgarten genutzt werden und 2 Schweineställen an seinen Sohn Gall um 600 Gulden. Anrainer: Johann Friedrich Schäfer, hinten Georg Christof Hirschmann, Sattler.

1745
Gall Buck, Rotgerber. In diesem Zeitraum wurde die Scheune auf den zwei Hofstätten gebaut.

1754/1755
Nach dem Tod von Gall Buck wird das Anwesen geteilt und an zwei der Kinder verkauft. Eine Hälfte geht an Maria Katharina Buck, die später Johannes Hitzler heiratet, die andere Hälfte an den Bruder Johann Jakob Buck, Metzger.

1795
David Buck, Metzger

1794
Das Anwesen wird vergrößert, weshalb der Steuerbetrag um 25 Gulden steigt.

1809
Maria Katharina Hitzler, geb. Buck verkauft ihre Hälfte auch an David Buck, der damit alleiniger Eigentümer des gesamten Anwesens ist.

1832
Der Sohn Christian Buck erhält die Hälfte als Heiratsgut

1836
David und Christian Buck

1873
Albert Walter und der Metzger Unger je hälftig