Parzellennummer 1836: 121
Grundfläche des Hauses 1836: 11,3 Quadratruten (entspricht ca. 92,8 qm)
Steueranschlag 1745: 242 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Kloster Adelberg 10 Schilling oder 21 Kreuzer, 4 Heller
Kellerei Waiblingen gemeinsam mit Zwerchgasse 7 (je hälftig) 2 Kreuzer, 4 Heller
Stadt Wailingen 1 Kreuzer, 4 Heller
Lange Str. 47 (Bildquelle: Jörg Heinrich)Die beiden Häuser Lange Straße 47 und Zwerchgasse 7, beides Wohn- und Geschäftshäuser bzw. Gasthäuser ohne Nebengebäude, zinsen gemeinsam in die Kellerei Waiblingen und getrennt zum Kloster Adelberg. Daher ist zu vermuten, dass die beiden Grundstücke im Mittelalter zunächst eine Einheit bildeten und später aufgeteilt wurden. Das Haus Lange Straße 47 steht an der Kreuzung der Lange Straße mit der Schmidener Straße, die sich hier in die Zwerchgasse verlängert, eine der wichtigsten Straßenkreuzungen in der Waiblinger Altstadt mit einer sehr dichten Bebauung. Gegenüber befindet sich das städtische Kornhaus, das zweite Waiblinger Rathaus. Aufgrund der beengten Situation kragt das Fachwerkobergeschoss weit in die Lange Straße vor.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichte Behausung in der Langen Gaßen, beÿm alten Rathhauß, Zwischen H.[err] Lam[m]wirth Rieger, und der Langen Gaßen, stost vornen auf die Zwerch Gaßen, und hinten H:[err] Lam[m]wirth Rieger.
Lage
Gebäudebeschreibung
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Bau- und Besitzgeschichte
Die Zacher-Chronik berichtet über den Wiederaufbau des Gebäudes nach der Brandkatastrophe von 1634: “Balthas Schaber [1626-1691], Metzger von Memmingen überbaute gegenüber dem Kornhaus des alten Stadtschreiber Hans Georg Siegle Hofstatt”. Das massive, steinerne Erdgeschoss dürfte den Stadtbrand von 1634 jedoch überstanden haben. Es folgt dem Verlauf der Lange Straße und ist im vorderen Teil als Risalit, also als ein nach vorne ausgebauter Gebäuteil, ausgebildet. Im Fachwerkobergeschoss wurde das Motiv aufgegriffen und als Erker mit Giebel weitergeführt, was eine hübsche, pittoresk ausgebildete Fachwerkfassade ergibt. Auch im hinteren Teil hat sich über einem Kragstein ein steinerner Mauerrest erhalten, der möglicherweise ebenfalls vom Vorgängerbau stammt.
Die Bau- und Besitzgeschichte des Hauses und seiner Vorgängerbauten kann mithilfe der Einträge in den Lagerbüchern der Kellerei Waiblingen und des Kloster Adelbergs gut nochvollzogen werden. Um 1550 ist Valerius Bonacker Eigentümer des Hauses, der in der Türkensteuerliste von 1545 mit einem eher geringen Vermögensanschlag von 300 Gulden eingetragen ist, ein Wert, der für ein an einer Hauptstraße in der Waiblinger Altstadt gelegenes Haus eigentlich zu gering erscheint. Möglicherweise war dieser Vorgängerbau kleiner als das heutige Gebäude. Bonacker war Chirurg, von seinem Sohn Wolfgang berichtet die Zacher-Chronik, dass er Präzeptor (Lehrer in der Lateinschule) in Urach war. Wolfgang Bonacker war dort hochangesehen. 1617 war er mit 72 Jahren noch immer in der Schule tätig, nach 52½ Jahren Schuldienst, davon 42½ Jahre in Urach. Er starb dort am 04.09.1627, sein Epitaph befindet sich in der Uracher Amanduskirche.
Der nächste Besitzer des Hauses Lange Straße 47, Samson Dobler, ist in der Musterungsliste von 1563 als Feldscherer vermerkt, 1566 allerdings mit dem Zusatz “nicht mehr bei Vernunft”, womit vermutlich eine Demenz gemeint ist. 1597 ist Magister Johann Eßer Eigentümer des Hauses. Er war gebürtig aus Blaubeuren, hat in Tübingen studiert und war 1578 Dekan in Waiblingen. Ab 1588 wurde er Pfarrer in Gerlingen.
Um 1620 kam das Haus in den Besitz des Stadtschreibers Johann Georg Siegle. Er war gebürtig aus Weil der Stadt und hatte 1615 die Tochter des Waiblinger Stadtschreibers Philipp Lang geheiratet. Beim Examen im Mai 1612 war er 30 Jahre alt, hatte die Schule zu Herrenberg und Bietigheim besucht, war bei der Stadtschreiberei in Markgröningen 5½ Jahre, davon 1½ Jahre als Substitut, dann in Backnang 1 Jahr, in Waiblingen 5½ Jahre als Substitut. Am 19.05.1619 wurde er Bürger in Waiblingen.
1494
Michael und Bernhard Nellinger aus ihren beiden Häusern (Lange Str. 47 und Zwerchgasse 7), Anrainer: Adam Binder
1511
Barbara Birckle und Klein Anna aus ihren beiden Häusern (Lange Str. 47 und Zwerchgasse 7)
1538
Michael Müller Kinder, später Valerius Bonacker, Anrainer: Michael Feckele und Jakob Fischle
um 1550
Valerius Bonacker, Chirurg
1568
Samson Dobler, Anrainer: Hans Wolfart, hinten Magdalena, Hans Küehorn Witwe Hofraite
1597
Johann Eßer, Pfarrer in Gerlingen, Anrainer: Georg Aigenmann Witwe, Hans Wallraff Kinder und Hans Kienzle
Um 1620
Johann Georg Siegle, Stadtschreiber
1651/1652
Neubau des heutigen Fachwerk-Gebäudes
Balthas Schaber [1626-1691], Metzger von Memmingen, überbaute gegenüber dem Kornhaus des alten Stadtschreiber Hans Georg Siegle Hofstatt
1671
Balthas Schaber, Anrainer: Hans Schildecker und die Hartmännische Hofstatt, hinten ebenfalls Balthas Schaber neues Haus
1705
Johann Reinhard Haag, Küfer, Anrainer: Johann Heinrich Walch, Lammwirt Hofstatt und Andreas Weißer, Metzger Haus, hinten Johann Heinrich Walch in der Lange Straße stehendes Gasthaus
1745
Johann Friedrich Heinzel, Bäcker
1746
Eine Hälfte an Johannes Kaufmann, Metzger und Kellereikastenknecht, verkauft
1777
Johann Friedrich Heinzel Witwe verkauft die andere Hälfte an Friedrich Pfahler, Bäcker, später sein Ehenachfolger Johann Georg Rauleder
1790
Eine Hälfte an Johann Matthäus Fenninger verkauft
1836
Johannes Fenninger, Färber