Erbaut: Frühes 19. Jahrhundert
Parzellennummer 1836: 146
Grundfläche des Hauses 1836: 14,8 Quadratruten (entspricht ca. 121,5 qm)
Steueranschlag 1745: 71 Gulden (Scheune: 35 Gulden)
Grundherrliche Abgabe:

Geistliche Verwaltung Waiblingen 34 Kreuzer, 4 Heller
Stadt Waiblingen 2 Kreuzer, 4 Heller

Lange Str. 57 (Bildquelle: Helmut Proß)Lange Str. 57 (Bildquelle: Helmut Proß)Das Haus Lange Straße 57 liegt mit den Häusern Kurze Straße 38 und 40 auf einem dreieckigen Areal, das von allen Seiten von Straßen umschlossen ist, der Langen Straße, der Kurzen Straße und einem kurzen Straßenstückchen entlang den Häusern Lange Straße 53-55, das früher obere Kirchgasse oder obere Pfarrgasse hieß. Diese Namensgebung bezog sich auf das Haus Kurze Straße 40, das bis ins 20. Jahrhundert den kirchlichen Behörden gehörte und jeweils vom zweiten Stadtpfarrer bewohnt wurde, weshalb es auch Diakonat- oder Helferhaus hieß.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine altes 2. Stocketes häußlen in der Langen Gaßen, Zwischen bemeldter Gaßen, und des Jnnhabers Scheurlen, stost oben auf das obere Kirch Gäßlen, und unten, das Diaconat hauß.

Einer Scheuren mit einem Höfflen, so ein Theil einer Hoffstatt, neben obigem Hauß, und Johannes Böckelen, Uhrmachern, stost vornen auf das KirchGäßlen, und hinten das Diaconat Höfflen.

Gebäudebeschreibung 1836
Wohnhaus mit Schweinestall und Hofraum

Lage

 

Gebäudebeschreibung
Beim Gebäude Lange Straße 57 handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude in Ecklage. Über einem durch Ladeneinbauten modern veränderten Erdgeschoss erhebt sich ein verputztes Fachwerk-Obergeschoss. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen und Spitzboden unter einem Mansarddach mit kleinem Zwerchhaus an der nördlichen Traufseite ab. Die straßenseitige, westliche Giebelfassade zeigt eine streng symmetrische Fenstergliederung.

Bau- und Besitzgeschichte
Das Anwesen Lange Straße 57 bestand ursprünglich aus einem kleinen Haus mit Scheune. Obwohl dafür bislang keine Quellenhinweise vorliegen ist im Vergleich der Baubeschreibung 1745 und dem heutigen Bestand davon auszugehen, dass die beiden Gebäude im frühen 19. Jahrhundert vom Seifensieder Gottlob Friedrich Kaufmann abgebrochen und der gesamte Platz mit einem größeren Haus überbaut wurde.

1745
Johannes Lehr, Wagner

1760
Die Hälfte Sohn Johannes Lehr, der später das ganze Haus übernehmen kann.

1807
Von den Erben des Johannes Lehr an Gottlob Friedrich Kaufmann, Seifensieder verkauft.