Parzellennummer 1836: 12
Grundfläche des Hauses 1836: 14,5 Quadratruten (entspricht ca. 119 qm)
Steueranschlag 1745: 237 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Geistliche Verwaltung Waiblingen 29 Kreuzer, 2 Heller und 12 Kreuzer für Herbsthühner
Lange Str. 8 (Bildquelle: Jörg Heinrich)Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichte Behausung mit einem gewölbten Keller in der Langen Gaßen, beÿm GänßBronnen, zwischen Johannes Majer Waffenschmids, und Johann Friderich Friederichs gemeinschafftl.[ichem] Hauß ein: anderseits dem Allmand= der SackGäßlen, stost Vornen auf die Lange Gaß, und hinten Johann Friderich SPaichen Schreinern.
Gebäudebeschreibung 1877
Ein Wohnhaus mit 2 gewöhnlichen Stöcken mit 1 Mansardenstock, 1. Stock von Stein, sonst Fachwerk mit gewölbtem Keller.
Lage
Gebäudebeschreibung
Bei dem Gebäude Lange Straße 8 handelt es sich um ein zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, welches in Ecklage zur Unteren Sackgasse steht. Über einer wohl weitestgehend massiv gemauerten Erdgeschosszone, die durch einen Ladeneinbau modern verändert ist, erhebt sich ein verputztes Fachwerk-Obergeschoss. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen und Spitzboden unter einem Mansarddach mit Wiederkehr ab. An der westlichen Traufseite wird die Dachfläche von einem kleinen Zwerchhaus (oder Aufzugsgaube) mit Satteldach dominiert. Die straßenseitige Giebelfassade ist im Obergeschoss und den Dachgeschossen symmetrisch gegliedert.
Da die Lagerbücher der Geistlichen Verwaltung Waiblingen noch nicht ausgewertet sind, läßt sich über die Besitzgeschichte des Hauses Lange Straße 8 vor der Brandkatastrophe von 1634 nichts aussagen. Mit dem Einsetzen der Güterbücher 1745 ist der Bäcker Marx Heinrich Heinzel Eigentümer. Dann wird das Haus geteilt und mehrfach verkauft bis 1787 Johann Georg Herzog und sein Sohn Matthäus, beide Seifensieder, das Haus über einen längeren Zeitraum im Besitz behalten. Sie dürften auch das auf einen Umbau im späten 18. Jahrhundert hinweisende Mandsarddach auf einen älteren Bau aufgesetzt haben.
1745
Marx Heinrich Heinzel, Bäcker, später sein Ehenachfolger Johann Friedrich Hummel
1753
Eine Hälfte Johann Jakob Harter in Vaihingen an der Enz verkauft, der sie kurz darauf an Ludwig Jäger, Löwenwirt, und dieser an Georg Leonhard Steinle weiter gibt.
1757
Die andere Hälfte an Christan Frei, Buchbinder, verkauft
1776
Friedrich Pfahler und Christian Frei je hälftig
1783
Eine Hälfte Wilhelm Kern, Zeugmacher, Ehenachfolger des Steinle
1787
Das gesamte Gebäude gehört Johann Georg Herzog, Seifensieder
1816
An den Sohn Matthäus Herzog, Seifensieder
1847
David Reinhard, Seifensieder
1864
Karl Morbs, Dreher
1895
Eugen Breyer, Kaufmann