Parzellennummer 1836: 197
Grundfläche des Hauses 1836: 19,2 Quadratruten (entspricht ca. 157,6 qm)
Steueranschlag 1745: 241 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Armen Kasten Waiblingen 12 Schilling oder 26 Kreuzer
Inschriften:
über der Hauseingangstür mit einem Lamm Gottes
I.[akob] F.[riedrich] H.[äberle]
S[usanna] B[abara] H[äberle]
1791
Marktplatz 6 (Bildquelle: Helmut Proß)Die Gebäude Marktplatz 6 (Traube) und Marktplatz 8 (ehemaliger Fruchtkasten der Geistlichen Verwaltung) bilden den östlichen Abschluss des Waiblinger Markplatzes. Dahinter schloss sich früher direkt das herzoglich württembergische Schloss an, heute grenzen die Bauten an das Neue Rathaus.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Zweÿ Behausungen an einander mit einem gewölbten Keller, und einem Kleinen Höffle auf dem Marckht, Zwischen dem Schloßhoff ein: anderseits dem Marckht bronnen, und dem SPeidelischen FruchtKasten, stoßen Vornen auf die Kurze Gaßen, und hinten den Schloßhoff.
Lage
Gebäudebeschreibung
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Marktplatz 6 (Bildquelle: Helmut Proß)Bau- und Besitzgeschichte
Das Haus Marktplatz 6, bis vor einigen Jahren die Gastwirtschaft zur Traube, wurde nach der Brandkatastrophe im Dreißígjährigen Krieg recht schnell auf zwei ehemaligen, nebeneinander liegenden Hofstätten wieder aufgebaut. Die Zacher-Chronik berichtet zunächst über das Jahr 1647: “Hans Jakob Hagelloch baute ein Haus zu einer rechten Apotheke auf der Wallen Peterin Hofstatt an dem Markt beim Brunnen“ und weiter für 1654 „Hans Jakob Hagelloch macht einen Anbau neben seinem Apothekenbau, auf weiland Kaspar Kösselmann Hofstatt bei der Schloßmauer.“ Also wurde zunächst die linke und dann die rechte Seite bebaut. Beide Vorgängerbauten waren in den Armenkasten Waiblingen zinspflichtig, von dem die Rechnungen ab 1648 erhalten sind. Dort ist zunächst 1648 eine Einnahme von 4 Schilling verrechnet, ab 1650 erhöht sich der Betrag auf 12 Schilling. Daher kann man vermuten, dass eines der beiden Häuser einen Zins von 4 Schilling zu geben hatte und das andere 8 Schilling. Johann Jakob Hagenloch, der selber Pfleger des Armenkastens war und die Rechnungen geführt hat, hat in den Folgejahren immer 12 Schilling vermerkt, so dass die Abgaben aus den beiden Hausteilen nicht mehr zu trennen sind. In den Güterbüchern ist ab 1745 zwar immer noch von „zwei Behausungen“ die Rede, die aber gemeinsam besteuert und behandelt werden wie ein Objekt. Das Gebäude blieb zunächst Apotheke bis Gottlieb Friedrich Seeger seinen Geschäftssitz 1753 in das Haus Marktplatz 9, in die „Untere Apotheke“, verlegte. Er verkaufte das Haus Marktplatz 6 an den Metzger Johann Ludwig Häberle, dessen Sohn Jakob Friedrich Häberle das Gebäude 1791 zumindest zum Teil abbrechen und neu erbauen ließ.
Marktplatz 6 Eingangstür (Bildquelle: Helmut Proß)Er ließ die steinerne Türzarge über der Eingangstür mit seinen Initialien I.[akob] F.[riedrich] H.[äberle] und denen seiner Frau S[usanna] B[abara] H[äberle], der Jahreszahl 1791 und einem Lamm Gottes, als Zunftzeichen der Metzger, schmücken. Zudem scheint die originale Hauseingangstüre von 1791, sogar inklusive der Beschläge, erhalten zu sein. Das Dach wurde auf der Vorderseite als Mansarddach gestaltet, auf der Rückseite ist es aber als Giebeldach ausgebildet, was eine etwas unharmonische Giebelfassade zur oberen Kurzen Straße ergibt. Möglicherweise wurde nur der vordere Teil erneuert, der hintere Teil könnte vielleicht noch aus dem 17. Jahrhundert stammen. Genaueres läßt sich nur durch eine bauhistorische Untersuchung mit dendrochronolgischer Datierung klären. Das Gebäude ist seit 1760 Gastwirtschaft und dürfte damit das älteste Gasthaus in der Waiblinger Altstadt sein.
1647
Hans Jakob Hagelloch baut ein Haus zu einer rechten Apotheke auf der Wallen Peterin Hofstatt an dem Markt beim Brunnen
1654
Hans Jakob Hagelloch macht einen Anbau neben seinem Apothekenbau, auf weiland Kaspar Kösselmann Hofstatt bei der Schloßmauer
1694
Johann Christof Lidvogel, Bürger und Apotheker durch Kauf für 800 Gulden
1731
Johann Heinrich Ledermann, Apotheker, von der Schwiegermutter Regina Katharina, Witwe des Johann Christof Lidvogel für 800 Gulden
1753
Gottlieb Friedrich Seeger, Apotheker, durch Kauf von den Ledermann Erben, Verlegung der Apotheke in das Haus Marktplatz 9
1760
Johann Ludwig Häberle, Metzger, durch Kauf
Marktplatz 6 Schlußstein (Bildquelle: Helmut Proß) |
Inschrift: Iakob Friedrich Häberle 17 91 |
1790
Jakob Friedrich Häberle, Metzger, vom Vater
1791
Teilweise oder vollständig abgebrochen und neu gebaut
1821
Jakob Friedrich Häberle junior, Metzgerobermeister, Stadtrat übernimmt das halbe Gebäude von der Mutter, die andere Hälfte kauft er nach ihrem Tod um 1.000 Gulden.
1842
Die Witwe Katharina Dorothea heiratet Karl Wilhelm Mangold, Speisewirt
1851
Ludwig David Hölder, Metzger und Wirt, Kauf von Witwe Mangold für 1.025 Gulden
1880
Gottlob Hölder, Metzger
Seit 2003
Gasthaus Bachofer
