Parzellennummer 1836: 75
Grundfläche des Hauses 1836: 16,6 Quadratruten (entspricht ca. 136 qm)
Steueranschlag 1745: 249 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Kellerei Waiblingen 1 Kreuzer, 1,5 Heller
Obere Sackgasse 1 (Bildquelle: Martin Klöpfer)Das Haus Obere Sackgasse 1 liegt an der Einmündung der Oberen Sackgasse in die Lange Straße, die sich in diesem Bereich zu einem kleinen Platz aufweitet, der früher als Hafenmarkt bezeichnet wurde. Nach oben schließt sich in der Verlängerung der Marktplatz an, rückwärtig grenzte das Haus an den Hof der großen Zehntscheune der Geistlichen Verwaltung, ein Areal, das später mit dem Oberamtsgefängnis überbaut wurde und heute weitgehend brach liegt. Direkt am Haus war nur Platz für einen kleinen Stall, zum Anwesen gehörte aber meist eine Scheune in der Oberen Sackgasse 11.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichte Behausung auf dem Haffen Marckt, worunter ein gewölbter Keller, Zwischen Herrn Burgermeister Ferdinand Friderich Dettingers Scheuren, und der Sack Gaßen, stost vornen auf den haffenMarckt, und hinten den geistl:[ichen] VerwaltungsHoff.
Lage
Gebäudebeschreibung
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Bau- und Besitzgeschichte
Die Besitzgeschichte des Hauses vor dem Dreißigjährigen Krieg läßt sich aufgrund einer Zinspflicht in die Kellerei Waiblingen gut nachvollziehen. 1494 und 1511 ist Michael Krämer als Eigentümer eines Gebäudes genannt, das in der Herdstättenliste 1525 allerdings nur mit 20 Gulden angeschlagen ist, es muss sich also um ein sehr kleines Haus gehandelt haben. Im Jahre 1568 ist das Haus und ein Nachbargebäude im Besitz von Hans und Jörg Romei, wahrscheinlich Söhne von Jörg Romei des älteren, der bereits 1545 mit einem ordentlichen Vermögen von 1.000 Gulden in der Türkensteuerliste eingeschätzt ist. 1582 wird er als Gerichtsangehöriger genannt und 1586 gibt er in einem Zeugenverfahren sein Alter mit 66 Jahren und sein Vermögen mit 5.000 Gulden an, womit er zur städtischen Oberschicht gehörte. Hans Romei ist 1569 als Schütze gemustert und 1592 bei den kriegserfahrenen Waiblinger Bürgern gelistet, hatte also einige Jahre in oder außerhalb Württembergs als Soldat gedient, die Details sind aber leider nicht bekannt. Auch der nächste Hausbesitzer Johann Biner war 1633 Angehöriger des Waiblinger Stadtgerichts. Sie alle waren vermögende und gutsituierte Waiblinger Bürger, die sicher nicht mehr in dem kleinen Haus des Michael Krämer gewohnt haben. Daher ist davon auszugehen, dass es irgendwann in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts an dieser Stelle zu einem Neubau kam.
Die Zacher-Chronik berichtet über das Jahr 1646: „Augustin Belser [1612-1678] Küfer, baute sich eine Behausung auf Johann Biners Hofstatt an dem Hafenmarkt“. Das Grundstück wurde also relativ früh nach der Brandkatastrophe von 1634 wieder bebaut. Die weiteren Besitzer waren Handwerker und um 1800 die Familie Kaiser aus Hegnach, die es als Forstknechte mit Holzhandel zur vermögendsten Familie in Hegnach gebracht hatte.
1494
Michael Krämer, Anrainer: Lorenz Trunk Scheune
1511
Michael Krämer
1525
Michael Krämers Haus mit 20 Gulden in der Herdstättenlisten angeschlagen
1568
Hans Romei, Anrainer seine eigene Scheune und hinten Jörg Romei Hofraite
Vor 1634
Johann Biner
1646
Augustin Belser [1612-1678] Küfer, baute sich eine Behausung auf Johann Biners Hofstatt an dem Hafenmarkt
1671
Augustin Belser, Küfer, Anrainer: die Scheune der Familie Rösch und hinten Hans und Gall Weißer
1745
Christian Böhringer, Rotgerber
1787
Der Sohn Jöhannes Böhringer und die Enkel, Gabriel Kaiser Kinder von Hegnach je zur Hälfte
1792
Forstknecht Kaiser in Hegnach
1836
Karl Kaiser, Rotgerber
1843
Karl Kaiser Witwe
1844
Gottlieb Klingler, Weingärtner
1869
Christian Unger, Weingärtner