Erbaut: 2. Hälfte 17. Jahrhundert
Parzellennummer 1836: 166
Grundfläche des Hauses 1836: 8,3 Quadratruten (entspricht ca. 68 qm)
Anbau: 3,4 Quadratruten (entspricht ca. 27,9 qm)
Steueranschlag 1745: 145 Gulden (1820 wegen des Anbaus auf 155 Gulden erhöht)
Grundherrliche Abgabe:

Stadt Waiblingen 28 Kreuzer, 1 Heller aus dem Haus
Armen Kasten Waiblingen 2 Kreuzer, 3½ Heller aus der Hofstatt, auf der später der Anbau errichtet wurde

Pfarrgasse 1  (Bildquelle: Martin Klöpfer)Pfarrgasse 1 (Bildquelle: Martin Klöpfer)

Die Pfarrgasse ist eine kurze Stichstraße, die an der Nikolauskirche von der Kurzen Straße abgeht und in einem Bogen wieder auf dieser endet. Die ungeraden Hausnummern stoßen hinten auf die Stadtmauer. Diese Wohnplätze waren nicht besonders beliebt, weil man im rückwärtigen Bereich keine Fenster einbauen konnte, lediglich die Anbringung von Luftlöchern war möglich. In Nebenstraßen dieser Art, wohnten die Weingärtner oder die kleinen Handwerker, die meist nebenbei auch Landwirtschaft betrieben haben. Hier war der Veränderungsdruck für die Gebäude nicht so groß wie in den Hauptstraßen, so dass gelegentlich die Erdgeschosse der Fachwerkhäuser erhalten sind und nicht durch moderne Ladeneinbauten verändert wurden.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine kleine 2. stockichte Behausung mit einem gewölbten Keller, und einem halben Höfflen, worinn eine s:[alva] v:[enia] Mist Legin im PfarrGäßlen, zwischen H[an]ß Jerg Majer Maurern ein: anderseits H:[err] Johan[n] Friderich Pfeiffers und Joh:[ann] Christioph Böhringers Hoffstatt, Vornen auf das PfarrGäßlen, und hinten die Statt Mauren, stossend.

Lage

 

Gebäudebeschreibung
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Bau- und Besitzgeschichte

Das Haus Pfarrgasse 5 ist ein typisches Handwerker-, Kleinbauernhaus mit integierter Scheune, das vermutlich in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts in dieser Nebenstraße errichtet wurde. Die Besitzer waren Maurer, Glaser, Schreiner, Kübler, Bauern oder Weingärtner.

Im Jahre 1820 machte der Schreiner Johannes Spaich eine Eingabe an die städtischen Behörden, weil er auf dem rechts neben dem Haus liegenden Hof eine Schreinerwerkstatt errichten und dazu auch die Stadtmauer überbauen wollte. Soweit sich das aus den Beschreibungen in den Quellen erschließen läßt, sollte das Gebäude mit der Giebelseite 4 Schuh (ca. 1,20m) über die Stadtmauer hinausragen und auf der anderen Seite mit Freipfosten überstützt werden. Dazu wurden ihm einige Vorgaben gemacht: er mußte diesen Teil der Stadtmauer vom Eigentümer, der Amtspflege abkaufen und sich verpflichten zukünftig für den Bauunterhalt dieses Teilstücks zu sorgen. Letztlich wurde das Vorhaben aber nicht ausgeführt, sondern nur ein normaler Anbau rechts neben dem Haus errichtet.

1745
Johannes Maier, Glaser

1772-1781
Den beiden Schwiegersöhnen Johannes Spaich und Johann Adam Fischer werden Hausanteile übertragen.

1805
Georg Friedrich Seibold ist Eigentümer einer Hälfte

1819
Johann Michael Seibold, Schreiner ist Eigentümer einer Hälfte

1820
Jung Friedrich Spaich kauft das Haus von Michael Seibold Witwe und ergänzt einen Anbau auf einem halben Höfle. Anrainer: Christian Rommel und Christian Blumhard (Pfarrgasse 7).

1822
Wegen einer eingerichteten Scheune wird das Steuerbetrag von 145 auf 155 Gulden erhöht.

1843
3/5 Johann Friedrich Spaich, Schreiner
2/5 Imanuel Gottlob Scheffel

1849
Der 3/5-Anteil wird aufgesplittet in: 3/10 Friederike Römer in Stuttgart und 3/10 Gottliebin Spaich, ledig

1850
3/5 Georg Adam Müller, Bauer

1877
2/5 Gottlob Scheffel, Kübler

1883
3/5 Friedrich Lämmle, Weingärtner

1891
2/5 an Karl Ellwanger, Schuhmacher