Parzellennummer 1836: 165
Grundfläche des Hauses 1836: 9,1 Quadratruten (entspricht ca. 74,7 qm)
Steueranschlag 1745: 104 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Stadt Waiblingen 15 Schilling oder 32 Kreuzer für ein Luftloch durch die Stadtmauer
Pfarrgasse 7 (Bildquelle: Helmut Proß)
Die Pfarrgasse ist eine kurze Stichstraße, die an der Nikolauskirche von der Kurzen Straße abgeht und in einem Bogen wieder auf dieser endet. Die ungeraden Hausnummern stoßen hinten auf die Stadtmauer. Diese Wohnplätze waren nicht besonders beliebt, weil man im rückwärtigen Bereich keine Fenster einbauen konnte, lediglich die Anbringung von Luftlöchern war möglich. In Nebenstraßen dieser Art, wohnten die Weingärtner oder die kleinen Handwerker, die meist nebenbei auch Landwirtschaft betrieben haben. Hier war der Veränderungsdruck für die Gebäude nicht so groß wie in den Hauptstraßen, so dass gelegentlich die Erdgeschosse der Fachwerkhäuser erhalten sind und nicht durch moderne Ladeneinbauten verändert wurden. So läßt sich am Haus Pfarrgasse 7 noch gut ablesen, dass es sich bei den Handwerker- und Weingärtnerhäusern nicht um reine Wohnbauten handelte. Im Erdgeschoss war eine Scheune in das Haus integriert (heute zur Garage umgebaut), manchmal waren in Häusern dieser Art auch Ställe oder eine Handwerker-Werkstatt eingebaut. Der Kellerzugang erfolgte von der Straße aus, wodurch auch große Fässer nach unten transportiert werden konnten. Im 1. Obergeschoss lag die Wohnnutzung, in den Dachgeschossen waren die Schlafkammern untergebracht und auf dem Schüttboden konnte das Korn gelagert werden. Außerdem gehörte noch ein kleiner Stall und ein Küchengarten dazu.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichte Behaůsung mit Scheůrenthenn aůch 1. gewölbter Keller im PfarrGäßlen und ein Kůchengartt zwischen Friderich Pfleůderers Hofstatt ůnd Joh.[ann] Adam Weiß Glasers Hoffstatt, stoßt vornen aůf das Gäßlen, ůnd hinten der Stadtmaůr.
Lage
Gebäudebeschreibung
Beim Gebäude Pfarrgasse 7 handelt es sich um ein zweigeschossiges, giebelständiges Gebäude, welches mit seinem Südgiebel unmittelbar an bzw. über die Stadtmauer gebaut wurde. Über einer wohl massiv gemauerten Erdgeschosszone erhebt sich ein verputztes Fachwerk-Obergeschoss. An der nördlichen Giebelseite befindet sich ein rundbogiges Kellertor. Nach oben schließt das Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach mit modernen Schleppgauben ab. Die Dachgeschosse stoßen giebelseitig leicht vor.
1745
Johann Michael Braun, Glaser, später Agnes Katharina, Konstantin Speidel, Gürtler geschiedene Frau
1789
Martin Börith Witwe, später Johann Georg Rommel
1811
Die Hälfte an Christian Blumhard verkauft
1816
An den Sohn Christian Friedrich Rommel verkauft
1836
Alt Christian Rommel, Schneider und Christian Blumhard, Schuhmacher je hälftig