Grundfläche 1836:
Steueranschlag 1745: 20 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Kellerei Waiblingen 7 Schilling, 15 Kreuzer
Pfarrgasse Apothekergarten (Bildquelle: Martin Klöpfer)
Der Apothekergarten in der Pfarrgassse 3, direkt unterhalb der Nikolauskirche, war ursprünglich mit dem Haus der in diese Kirche gehörigen St. Urbanspründe bebaut. Im Mittelalter gab es in den größeren Gotteshäusern Nebenaltäre an denen zu bestimmten Zeiten Messen gelesen wurden. Um die Frühmessser, Hilfsgeistliche, die dafür zuständig waren, zu besolden waren diese Pfründen mit Natural- oder Geldeinkünften versehen, oft gehörte auch ein kleines Haus dazu, daß der Frühmesser bewohnen konnte. Nach Einführung der Reformation in Württemberg 1534 wurden diese Pfründen in ganz Württemberg nach und nach abgeschafft. Die frei gewordenen Gelder verwendete man für die Besoldung der Lehrer und für die Armenfürsorge. Die Pfründhäuser verkaufte die Herrschafft an interessierte Bürger. Bei diesen Verkäufen wurden ewige, unablösige Zinsen in die Kellereien neu festgelegt, obwohl es sich um ehemaligen geistlichen Besitz handelte. Diese Abgabe, in diesem Fall 7 Schilling, führte aber dazu, daß das Haus in den Kellereilagerbüchern aufgeführt wird.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine Hoffstatt, so jetzo ein Kuchen Gartt, und 9¼ Ruthen Platz ist, an der Cappel, zwischen dem Kirch Gäßlen ein: anderseits Niclaus Schmid dem Tuchmachern, und der Cappel Kirch auch der Allmand, stost vornen auf den äuseren KirchWeeg, und hinten Adam Krausen Schneidern, und heinrich Friderichs W:[itwe].
Lage
Gebäudebeschreibung
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Das Haus der St. Urbanpfründe wurde 1554 an die Geschwister Margaretha, Bernhard und Michael Flur verkauft, 1568 befand es sich im Besitz des Valentin Färber. Der vermeintliche Vater der Geschwister, Ulrich Flur wurde 1545 mit 400 Gulden zur Türkensteuer veranlagt, Valentin Färber gar mit 600 Gulden, beides Summen, die weiter über dem Durchschnitt lagen. Die Geschwister hatten 1554 von der Herrschafft Württemberg für eine jährliche Zinszahlung die in den Bauhof gehörigen Äcker und Wiesen übernommen, der größte zusammenhängende landwirtschaftliche Güterkomplex in Waiblingen. Daher ist es sowohl bei den Flur-Geschwistern, als auch bei Valentin Färber sehr unwahrscheinlich, daß sie in dem relativ kleinen, versteckt gelegenen ehemaligen Pfründhaus selber gewohnt haben. Möglicherweise haben sie es als Geldanlage gekauft oder als Gesindehaus genutzt.
Das Gelände wurde nach dem Stadtbrand nicht mehr bebaut, 1745 wird es in den Quellen erstmalig als ein zur Apotheke gehöriger Kräutergarten genannt.
1554
Die Geschwister Margaretha, Bernhard und Michael Flur.
1569
Valtentin Färber
1745
Apotheker Matthäus Becherer, später Apotheker Johann Wilhelm Friedrich Demmler.