Parzellennummer 1836: 113
Grundfläche des Hauses 1836: 11,2 Quadratruten (entspricht ca. 92 qm)
Steueranschlag 1745: 208 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Armen Kasten Waiblingen 12 Schilling oder 26 Kreuzer
Inschriften:
H[ans] I[akob] B[echtle]
1701
Feldmes
Schmidener Str. 11 (Bildquelle: Martin Klöpfer)Das hübsche Fachwerkhaus Schmidener Straße 11, direkt am ehemaligen Schmidener Tor gelegen, stößt mit seinen beiden unteren Stockwerken rückwärtig an die Stadtmauer, während das zweite Vollgeschoss und der Giebel nach oben darüber hinausragen. Es handelt sich um ein Haus ohne große Nebengebäude, lediglich dahinter, entlang der Stadtmauer standen kleine Stallgebäude. Eines davon wird im 18. Jahrhundert als „Seifenhütte“ bezeichnet, vermutlich war es die Werkstatt eines Seifensieders.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichten Behausung mit einem gewölbten Keller am Schmidener Thor, zwishen der Statt-Mauren, und der Allmand, stost Vornen auf die Gaßen, und hinten die Statt Scheuren.
Lage
Gebäudebeschreibung
Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet.
Bau- und Besitzgeschichte
Die Besitzgeschichte des Hauses kann aufgrund einer grundherrlichen Abgabe in den Armen Kasten Waiblingen bis zum Dreißigjährigen Krieg zurück verfolgt werden. Nach der Brandkatastrophe von 1634 war das Grundstück zunächst unbebaut. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Keller und das steinerne Erdgeschoss stehen geblieben sind und verschiedentlich genutzt wurden. Der erste bekannte Besitzer ist Gall Lehr, ein aus Nagold stammender Schuhmacher, den die Armen Kasten Rechnung 1667 als Eigentümer vermerkt. Er hat 1676 in der Kurze Straße 36 einen Neubau errichtet und das Grundstück dann vermutlich verkauft. 1681/82 wurde die Ruine des Vorgängerbaus, die wahrscheinlich ein provisorisches Dach erhalten hatte, kurzzeitig als Unterstand für die städtische Wachtmannschaft am Schmidener Tor genutzt und in den 1690ern als Schmiedewerkstatt gebraucht. In der Armen Kasten Rechnung wird dann 1705/06 für dieses Grundstück eine „neue Behausung“ erwähnt. Eigentümer ist Hans Jakob Bechtle, Seiler und Feldmesser, der unter einem Kragstein am oberen Ende des steinernen Erdgeschosses an der von der Straße einsehbaren Hausecke seine Initialien anbringen ließ: „H[ans] I[akob] B[echtle] 1701 Feldmes[er]“ und sich dadurch als Bauherr des eleganten und in diesen Jahren aufgesetzten Fachwerkobergeschosses verewigt hat.
Schmidener Str. 11 Inschrift (Bildquelle: Martin Klöpfer)
Die Inschrift ist verteilt auf zwei Schilde, die von einer Mannfigur gehalten werden. Der Wappenschild mit den Initialien (H B) ist ausgestattet mit Seilerwerkzeugen, Rechen über die die Seile geführt wurden und eine Kurbel zum Verdrillen. Der rechte Schild mit der Jahreszahl weist Feldmesserinstrumente und den Text "feldmes" auf. Bechtle ist wahrscheinlich Nachkomme einer um 1600 aus Cannstatt zugezogenen Familie. Beim Vogtgericht 1639 nennt der Chronist Wolfgang Zacher einen „Johannes Bechtlin“ bei den Bürgersöhnen, die im Krieg oder auf Wanderschaft sind, der wahrscheinlich sein Vater war. Hans Jakob Bechtle war verheiratet mit der Tochter eines Esslinger Waffenschmieds und starb 1736.
Zu Beginn der Güterbücher 1745 ist das Haus in zwei Hälften geteilt. Eine Hälfte gelangte in den Besitz von Bechtles Schwiegersohn Wihelm Ehrenreich Maier, Zeugmacher (Tuchhersteller), die andere Hälfte ging an die Seilerfamilie Bauder, die das Haus bis um 1800 in ihrem Besitz hatte.
1667
Hannß Georg Binder aus Gall Lehr Hofstatt
1681/82
Hans Jörg Ruland, Kübler, hat den Nießbrauch aus Hans Jörg Binders Hofstatt, auf der das städtische Wachthaus am Schmidener Tor steht
1697/98
Johann Jakob Cloß als Eigentümer einer Schmiedewerkstatt genannt
1701/02
Hans Jakob Bechtle, Seiler und Feldmessser, davor Philipp Jakob Stüber ist Besitzer der Schmiedewerkstatt
1705/06
Hans Jakob Bechtle, Seiler, zinst in den Armen Kasten “aůß seiner newen Behaůsůng v:[nd] Hoffreithe bei dem Schmidheimer Thor"
1745
Wihelm Ehrenreich Maier, Zeugmacher, verheiratet mit Anna Margaretha, der Tochter des Hans Jakob Binder im Besitz einer Haushälfte
1751
Johannes Bauder, Seiler, kauft eine Hälfte von seinem Bruder Lorenz
1760
Maier verkauft seine Hälfte an Johannes Bauder, Seiler, der damit Eigentümer des gesamten Hauses wird
1790
Eine Haushälfte geht an den Sohn Christian Augustin Bauder, Seiler
1836
Ernst Friedrich Keppler und Friedrich Maier, Siebmacher, je hälftig