Parzellennummer 1836: 117
Grundfläche des Hauses 1836: 14,2 Quadratruten (entspricht ca. 116,6 qm)
Steueranschlag 1745: 142 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Armen Kasten Waiblingen 5 Schilling oder 10 Kreuzer, 5 Heller
Schmidener Str. 5 (Bildquelle: Jörg Heinrich)Das Haus Schmidener Straße 5 liegt mitten in dem kurzen Abschnitt, den die Schmidener Straße innerhalb des Mauerrings einnimmt, nicht allzuweit vom städtischen Kornhaus. Das nur zweigeschossige Haus auf einer kleinen Parzelle wird überragt von den beiden benachbarten Gebäude, vor allem von der deutlich höheren Schmidener Straße 3. Zu diesem benachbarten Anwesen gehörte die meiste Zeit auch die hinter beiden Häusern gelegene große Scheune, so dass die Bewohner der Schmidener Straße 5 ohne Nebengebäude auskommen mußten, weshalb das Gebäude nur als Handwerkerhaus nutzbar war.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine Kleine Behausung mit 2.en Stöcken, gewölbtem Kellerle, und einer s:[alva] v:[enia] Tung Gerechtigkeit Vornen daran, in der Schmidener Gaß, Zwishen dem Allmand Gäßlen, ein: anderseits H[an]ß Jerg Pfleiderer Zeugmachers und Jacob Tobias Rapp Weibs gemeinschafft:[licher] Behausung, stost vornen auf die Gaße, und hinten ged:[achtem] [Hans Jörg] Pfleiderers und [der] Rappin gemeinshafftl:[icher] Scheuren.
Lage
Gebäudebeschreibung
Beim Gebäude Schmidener Straße 5 handelt es sich um ein kleines, giebelständiges, zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus innerhalb einer geschlossenen Häuserzeile. Über einer massiv gemauerten und durch Ladeneinbau modern überformten Erdgeschosszone erhebt sich ein verputztes Fachwerk-Obergeschoss. Nach oben schließt das Gebäude mit einer Dachgeschossebene und Spitzboden unter einem Satteldach ab. An der straßenseitigen Giebelfassade stossen die einzelnen Geschosse jeweils vor.
Aus dem Grundstück mußte jährlich eine Abgabe von 5 Schilling an den Waiblinger Armen Kasten abgeliefert werden, was in den ab 1648 erhaltenen Rechnungen dieser Institution vermerkt ist. Im Jahre 1657 wird ein „Scheüren blatz“ im Besitz von Martin Pfleiderer genannt. Pfleiderer war Sattler, stammte aus Winnenden, ist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nach Waiblingen übersiedelt und schnell in die städtische Führungsschicht aufgestiegen. Er hat in der Schmidener Straße 2 eine Inschrift mit seinem Namen anbringen lassen, aber auch die Schmidener Straße 3 befand sich in seinem Besitz. In der Schmidener Straße 5 ließ er 1664 eine Scheune bauen, die sich 1686 im gemeinschaftlichen Besitz seines Sohnes Johann Christof Pfleiderer und Schwiegersohns Johann Obermüller befand. Der Enkel Johann Marx ist schließlich 1706 als Eigentümer eines neuen Hauses in den Armenkastenrechnungen genannt, wobei es sich wahrscheinlich um das heute noch vorhandene Gebäude handelt. Bereits zwei Jahre später verkaufte er das Haus am 08.01.1709 an den aus Göppingen stammenden Seiler Lorenz Bauder für 700 Gulden. Bauder lebte über 40 Jahre darin und gab das Gebäude erst 1756 an seinen gleichnamigen Sohn weiter.
1657
Martin Pfleiderer, Sattler, zinst aus einem Scheurenplatz
1664
Martin Pfleiderer zinst aus seinem neuen Bau (aus einer Scheune)
1686
Johann Christof Pfleiderer und Johann Obermüller aus ihrer Scheune
1697
Johann Jakob Cloß und Hans Christof Pfleiderer aus ihrer Scheune
1706
Johann Marx Pfleiderer als Bauherr des heute noch bestehenden Hauses genannt.
1709
Marx Pfleiderer verkauft das Haus für 700 Gulden an den Seiler Lorenz Bauder.
1756
Lorenz Bauder gibt das Haus an seinen gleichnamigen Sohn weiter.
1771 / 1780
Christian Ulrich Helferich kauft das Haus von den Bauderischen Erben.
1812
Jakob Pfander, Kupferschmied
1836
Jacob Pfander, Kupferschmied Witwe