Parzellennummer 1836: 16
Grundfläche des Hauses 1836: 15,6 Quadratruten (entspricht ca. 128 qm)
Steueranschlag 1745: 244 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Kellerei Waiblingen 3 Schilling, 9 Heller oder 8 Kreuzer (geteilte Abgabe, davon 2 Kreuzer)
Armen Kasten Esslingen 19 Schilling, 6 Heller oder 41 Kreuzer, 5 Heller (geteilte Abgabe, davon 14 Kreuzer ¾ Heller)
Inschriften:
H.[ans] U.[lrich]
SP.[aich]
1782
mit Schreinerwerkzeugen (Zirkel und Hobel)
Untere Sackgasse 4 (Bildquelle: Martin Klöpfer)
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine Behausung und s:[alva] v:[enia] Thung Gerechtigkeit im untern Sack, zwischen Ludwig Jäger, Löwenwirth und der Allmand.
Gebäudebeschreibung 1843
Ein Wohnhaus mit 2 gewöhnlichen Stöcken und einem Mansardendach und einem gewölbten Keller.
Lage
Gebäudebeschreibung
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Das Haus Untere Sackgasse 4 zinste mit der Unteren Sackgasse 1 und 6 zur Kellerei Waiblingen und Kastenverwaltung Esslingen. Da sich die Besitzverhältnisse im Detail für die einzelnen Gebäude bis zum Beginn der Güterbücher nicht eindeutig aufschlüsseln lassen, wurde die Besitzgeschichte dieser zeitweilig zusammengehörigen Gebäude bis 1745 bereits bei der Unteren Sackgasse 1 dargestellt.
Untere Sackgasse 4 Schlußstein (Bildquelle: Martin Klöpfer)Über die Baugeschichte vor 1745 konnten bislang keine archivalischen Überlieferungen gefunden werden. Das Hauptportal trägt die Jahreszahl 1782 und die Inschrift „H.[ans] U.[lrich] SP.[aich]“. Möglicherweise bezieht sich diese Datierung aber nur auf den Portaleinbau mit der original erhaltenen barocken Hauseingangstür, bei der davon auszugehen ist, dass Hans Ulrich Spaich als Schreiner sie selber angefertigt hat. Das restliche massive Untergeschoss mit dem Drillingsfenster links neben der Haupteingangstür, dem original erhaltenen Kellerabgang, der rundbogigen, steinernen Türzarge am Nebeneingang und der Eckquaderung könnte noch aus der Zeit vor dem Stadtbrand 1634 stammen. Das 1. Obergeschoss ist aufgrund seiner starken Vorkragung dem späten 17. Jahrhundert oder frühen 18. Jahrhundert zu zuordnen. Das Mansarddach mit Zwerchhaus könnte 1774 aufgesetzt worden sein, als der Steueranschlag um 10 Gulden wegen Vergrößerung erhöht wurde. Alles in allem handelt es sich um ein interessantes Haus, in dem, soweit sich das von außen beurteilen läßt, viel Originalsubstanz verbaut zu sein scheint. Genaueres könnte nur eine bauhistorische Untersuchung klären.
Mit dem Einsetzen der Güterbücher 1745 sind die Namen der Eigentümer bekannt. Wie im „Sack“ üblich, handelte es sich um Handwerker: Schreiner, Schmiede, Schuhmacher, Weber, Weißgerber und gelegentlich um Weingärtner.
1745
Johann Ulrich Bunz, Weißgerber
1752
Christof Bunz, vom Vater ererbt
1769
Johann Ulrich Spaich, Schreiner
1774
Vergrößerung, Steueranschlag um 10 Gulden erhöht
1797
Jakob Ulrich Spaich, Schreiner
1814
Friedrich Spaich, Ulrich Sohn
1821
Ein Viertel an Christof Kern
1836
Alt Friderich Spaich, Schmied, und Christoph Kern, Weber, je hälftig
1840
Ein Viertel an Matthäus Lehr, Schneider
1843
Ein Viertel an David Allmendinger, Schuhmacher
1844
Ein Viertel Johann Harbrecht, Weber
1851
Ein Viertel Friedrich Allmendinger, Strumpfweber
1857
Ein Viertel an Johann Spaich
1862
Ein Viertel an Friedrich Häfner Ehefrau
1871
Ein Viertel an Karl Ruckschneider, Schuhmacher
1872
Ein Viertel an Gotthilf Lehr und Christof Dieterle, Weingärtner
1896
Johann Harprecht, Weber, Christof Dieterle, Weingärtner, Gotthilf Lehr, Dreher, und Karl Luckenscheiter, Schuhmacher, je ein Viertel
1900
Johann Harbrecht, August Kurz, Gotthilf Lehr und Friedrich Harprecht je ein Viertel