Parzellennummer 1836: Untere Sackgasse 5: 20. Untere Sackgasse 7: 21
Grundfläche des Hauses 1836: Untere Sackgasse 5: 4,4 Quadratruten (entspricht ca. 36,1 qm). Untere Sackgasse 7: 4,7 Quadratruten (entspricht ca. 38,6 qm)
Steueranschlag 1745: Untere Sackgasse 5: 60 Gulden. Untere Sackgasse 7: 60 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Armen Kasten Waiblingen (Untere Sackgasse 5): 1 Schilling, 4 Heller oder 2 Kreuzer, 5 Heller
Geistliche Verwaltung Waiblingen (Untere Sackgasse 7): 1 Pfund oder 43 Kreuzer
Die Untere und die Mittlere Sackgasse sind geprägt von den beiden großen Gebäude-komplexen Untere Sackgasse 1, 4 und 6 sowie Mittlere Sackgasse 9 und 11, beides vermutlich ehemals große Höfe. Alle anderen Gebäude sind eher klein und vermutlich auf Restflächen gebaut. Die beiden Häuser Untere Sackgasse 5 und 7 machen heute einen ganz unterschiedlichen Eindruck. Untere Sackgasse 5 ist mit dicken Dämmmaterialien verkleidet, so dass von außen nicht abzuschätzen ist welche Konstruktion dahinter verborgen ist. Die Fassade der Unteren Sackgasse 7 besteht aus großen, bossierten Quadern, was auf eine Erbauung im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert schließen läßt.
Untere Sackgasse 5 (Bildquelle: Helmut Proß)
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745 (Untere Sackgasse 5)
Eine Ringe Behausung mit einer s.[alva] v.[enia] Tunglege, und ¾ Ruthen KuchenGartten dabeÿ im Sack, zwischen der Fr:[au] doctor Casparin Bau und dem AlmandGäßlen, an H:[err] Burgermeister Sacken Erben Scheuren, stoßt vornen auf Adam Schmiden Scheuren Plaz und Johannes Bühlmaÿern.
Untere Sackgasse 7 (Bildquelle: Helmut Proß)Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745 (Untere Sackgasse 7)
Eine kleine einstockichte Behausung mit einem gewölbten Keller und einer s:[alva] v:[enia] Tunglegin darbeÿ im Sack, zwischen Fr:[au] D.[oktor] CasParin neuem Bau, und dem Allmand Gäßlen, stost Vornen auf die Gaßen und hinten Johannes Wittmars, und Veit Kreuttels Haus.
Lage
Gebäudebeschreibung
Bau- und Besitzgeschichte
Die Besitzgeschichte der beiden Grundstücke läßt sich anhand der Lagerbücher des Kloster Weiler bei Esslingen bis ins 15. Jahrhundert zurück verfolgen. In dieser über mehrere Jahrhunderte gehenden Besitzgeschichte gehörten die beiden Grundstücke mal zusammen, mal waren sie getrennt, weshalb sie hier gemeinsam behandelt werden. In den Lagerbüchern des Kloster Weiler ist Hans Hildebrand 1456 als Eigentümer eines Anwesens genannt, 1474 ist erwähnt, dass auf dem Grundstück noch ein weiteres Haus gebaut wurde.
Nach der Brandkataststrophe von 1634 berichtet die Zacher-Chronik über das Jahr 1646: "Abraham Bertsch, Schreiner, baute im Sack auf Hans Wellers anderer Hofstatt". Es handelte sich aber nur um ein eingeschossiges Gebäude, das später noch um einen Anbau ergänzt wurde, den Bertsch möglicherweise von dem Rittmeister Johann Georg Manz gekauft hat. Abraham Bertsch ist 1687 im Alter 78 Jahre gestorben, er hat also den den gesamten Dreißigjährigen Krieg überlebt. Die Erben - seine Witwe, eine Nichte und ein Neffe - die in Stuttgart und Heslach lebten, haben im Jahre 1688 das Haus (Untere Sackgasse 7) an den Maurer Martin Mösch um 243 Gulden und den Anbau (Untere Sackgasse 5) an den Schlosser Johann Wigelinus Greiner um 157 Gulden verkauft. Von da an sind die beiden Grundstücke getrennt.
Die beiden Anwesen werden in kurzer Folge weiter verkauft, bis im frühen 18. Jahrhundert der Totengräber Jakob Eberle (Untere Sackgasse 5) und der Weingärtner Jakob Frei (Untere Sackgasse 7) ihren Besitz wieder über einige Jahrzehnte halten konnten. Von 1768 bis 1781 bringt der Schneider Johann Friedrich Merz beide Häuser nochmal gemeinsam in seinen Besitz. Die Eigentümer im 18. Jahrhundert sind durchweg kleine Handwerker oder Weingärtner.
Bau- und Besitzgesichte Untere Sackgasse 5/7
1456
Hans Hildebrand zinst aus Haus und Hoffläche, Anrainer: Hans Haufler und Hans Löchler
1474
Hans Hildebrand zinst aus einem alten und neuen Haus mit Hoffläche, Anrainer: Bechtle und Auberle Raumaier sowie Michael Heppeler Scheune
Vor 1634
Hans Weller
1646
Abraham Bertsch [1609-1687], Schreiner, baute im Sack auf Hans Wellers anderer Hofstatt
1655
Hans Georg Manz, Rittmeister, und Abraham Bertsch, Schreiner, als Eigentümer von Haus, Hof und Scheune genannt
1688
Abraham Bertschs Erben (die Witwe Katharina, Johann Lutz, Schulmeister, und Anna Maria, Hans Knoll Hausfrau, beide in Heslach sowie Margaretha, Hans Jakob Schleihof in Stuttgart Hausfrau) verkaufen Haus (Untere Sackgasse 7) um 243 Gulden an den Maurer Mösch und den Anbau (Untere Sackgasse 5) um 157 Gulden um Johann Wigelinus Greiner, Schlosser.
1691
Martin Mösch vertauscht das Haus (Untere Sackgasse 7) an Erasmus Langenfaß, Anrainer: Herr Gall Weißer, Zahlmeister Haus, Johann Wigelinus Greiner, Schlosser sowie die Spitalscheune
1692
Johann Wigelinus Greiner verkauft den Anbau (Untere Sackgasse 5) um 165 Gulden an Jakob Eberle, Totengräber, Anrainer: Gall Weißer, Zahlmeister, Erasmus Langenfaß und Andreas Weißer
1699
Erasmus Langenfaß Witwe verkauft das (Untere Sackgasse 7) um 150 Gulden an Jakob Frei, Weingärtner, Anrainer: Herr Gall Weißer und Jakob Eberle
Untere Sackgasse 5
Um 1720
Veit Kreutel, Weingärtner und Hans Wittlinger
1745/1747
Verkauf an Johann Friedrich Merz, Schneider
1791
Dem Sohn Jakob Friedrich Merz übergeben
1836
Gottlieb Heinrich Eisele, Kübler
Untere Sackgasse 7
Um 1720
Hans Jörg Fischer
1751
Verkauf an Johannes Bihlmaier, Weber
1768
Das Gebäude wird an Erhard Schreiner, Rößlewirt, verkauft, aber vom Nachbar Johann Friedrich Merz ausgelöst. Die beiden Häuser sind dann bis 1781 wieder in der Hand eines Besitzers.
1781
Merz gibt das Haus seinem Schwiegersohn Jakob Frank zum Heiratsgut
1795
Konrad Wurst
Um 1800
Katharina Weipert und später ihr Ehemann Jakob Ehle
1836
Jakob Ehle Witwe