Parzellennummer 1836: 44
Grundfläche des Hauses 1836: 15,2 Quadratruten (entspricht ca. 124,8 qm)
Steueranschlag 1745: 140 Gulden
Grundherrliche Abgabe:
Kellerei Waiblingen 3 Schilling, 9 Heller oder 8 Kreuzer (geteilte Abgabe, davon 3½ Kreuzer)
Geistliche Verwaltung 43 Kreuzer (davon 10 Kreuzer, 2 Heller) und 8 Kreuzer, 2 Herbsthühner (daran 2 Kreuzer, 2½ Heller)
Untere Sackgasse 6 (Bildquelle: Jörg Heinrich)Der "Sack" (die Straßen Unterer, Mittlerer und Oberer Sack) nimmt einen Großteil des unteren Teils der Waiblinger Altstadt ein. Das Gebiet grenzt im Osten an die Lange Straße und im Norden und Westen an die Stadtmauer, die hier einen ihrer längsten Abschnitte hat. Der südliche Teil mit der Oberen Sackgasse mündet in den ehemaligen Hafenmarkt (beim Haus Lange Straße 32) und erreicht somit fast den Marktplatz. Der Bereich war der größte Arme-Leute-Wohnbereich in der Waiblinger Altstadt. Die Untere Sackgasse 6, rückwärtig an der Stadtmauer gelegen, ist ein gutes Beispiel für die komplizierten Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert in der Waiblinger Altstadt und die damit verbundenen Schwierigkeiten die auf den, teils veränderten Grundstücksgrenzen liegenden, aus dem Mittelalter überkommenen grundherrlichen Abgaben den veränderten Bedinungen anzupassen. Das Gebäude, meist wohl aufgrund der ungünstigen Lage direkt an der Stadtmauer als Scheune genutzt, zinste zunächst mit der Unteren Sackgasse 1 und 4 zur Kellerei Waiblingen. Da sich die Besitzverhältnisse im Detail für die einzelnen Gebäude bis zum Beginn der Güterbücher nicht eindeutig aufschlüsseln lassen, wurde die Besitzgeschichte dieser zeitweilig zusammengehörigen Gebäude bis 1745 bereits bei der Unteren Sackgasse 1 dargestellt.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine Scheůren-Hofstatt, so dermalen ein leerer Plaz und 18. Schů lang ist, im Quadrat aber 2. Růten 1. Schu im Mess hält, im Sak, zwischen des Jnhabers und Georg Leonhard Steinlens gemeinschafftl.[ich] besitzender maůer Scheůren ůnd Lůdwig Jägers Löwenwirths W[i]tt[i]b. Stallůngen stost vornen aůf Ulrich Spaich Haůs, hinten die Stadtmaůren.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch spätes 18. Jahrhundert
Die Hälfte an einer neu erbauten Scheuer mit 2 Barn und einer Dunggerechtigkeit im Sack, zwischen Alt und Jung Simon Weippert, einer- anderseits dem von Herrn Jakob Friedrich Kaufmann allein besitzenden unüberbauten Platz, stoßt vorne auf Ulrich Spaich Haus und hinten die Stadtmauer, gibt nach dem zwischen dem Inhaber und Herrn Jakob Friedrich Kaufmann wegen des dazu gehörigen von letzterem allein besitzenden leeren Platz getroffenen Vergleich der Fürstlichen Kellerei Waiblingen an 8 Kreuzer Feuerzins jährlich — 4¼ Kreuzer, Löblicher Geistlicher Verwaltung an 43 Kreuzer jährlich — 12 Kreuzer ½ Heller und an 2 Herbsthühnern in gedachte Verwaltung an 8 Kreuzer — 2 Kreuzer 4¾ Heller.
Lage
Gebäudebeschreibung
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Nach der Brandkatastrophe von 1634 blieb das Grundstück lange unbebaut. Allerdings deuten die heute noch sichtbaren Eckquaderungen darauf hin, dass zumindest Teile des massiven Erdgeschosses aus der Zeit davor stammen. 1763 haben Johann Friedrich Pfleiderer, Rotgerber, und Johann Georg Herzog, Seifensieder, das Grundstück von dem Säckler Theodor Braun gekauft und einen Teil davon überbaut. 1783 ist diese Scheune abgebrannt und der Bauplatz an Jakob Friedrich Kaufmann und Georg Leonhard Steinle verkauft worden. Die beiden neuen Besitzer haben einen kleineren Teil neu bebaut und einen größeren Teil als Hoffläche genutzt. Die Einträge im Güterbuch legen nahe, dass Teile einer benachbarten Parzelle ebenfalls mit einbezogen wurden, die Verhältnisse sind aber so kompliziert und die Beschreibungen in den Güterbüchern so ungenau, dass sich die Details nicht mehr nachvollziehen lassen. Wegen der Aufteilung der grundherrlichen Abgaben, die auf die jeweiligen Grundstücke fixiert waren, wusste man sich nicht anders zu helfen, als sie im Kaufvertrag vom 15.06.1783 festzuschreiben. Erschwerend kam hinzu, dass die Scheune über längere Zeit auf vier Eigentümer aufgeteilt war. Einige der Besitzer mussten durch die halbe Stadt laufen bis sie ihren Scheunenteil erreichten, so wohnten Christian Frei und Johann Georg Herzog in der Lange Straße 8, Johann Friedrich Demmler war sogar Eigentümer der Oberen Apotheke in der Kurze Straße 28.
1745
Theodor Braun, Säckler, als Eigentümer einer Scheunenhofstatt
1763
Johann Friedrich Pfleiderer, Rotgerber, Johann Georg Herzog, Seifensieder, und Johann Friedrich Kaufmann kaufen das Grundstück und lassen es - auf etwas veränderten Grundstücksgrenzen, möglicherweise unter Einbeziehung eines Nachbargrundstücks - neu bebauen. Eine Hoffläche besitzt Johann Friedrich Kaufmann allein.
1763
Christof Bunz besitzt ein Viertel und verkauft seinen Teil an Christian Frei, Buchbinder
1781
Johann Friedrich Demmler, Apotheker, besitzt ein Viertel und verkauft es an Johann Georg Hermann
1836
Johann Jacob Pflüger, Bäcker
um 2000
Um- und Ausbau der Scheune zum Wohnhaus