Erbaut: um 1700
Parzellennummer 1836: 17/1 und 17/2
Grundfläche des Hauses 1836: Hausnr. 8: 9,7 Quadratruten (entspricht ca. 79,6 qm)
Hausnr. 10: 9,6 Quadratruten (entspricht ca. 78,8 qm)
Steueranschlag 1745: 220 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Geistliche Verwaltung Waiblingen 13 Schilling oder 6 Kreuzer, 3 Heller
Armen Kasten Esslingen 10 Schilling oder 4 Kreuzer, 2 Heller

Untere Sackgasse 8 (Bildquelle: Martin Klöpfer)Untere Sackgasse 8 (Bildquelle: Martin Klöpfer)Der "Sack" (die Straßen Unterer, Mittlerer und Oberer Sack) nimmt einen Großteil des unteren, nördlichen Teils der Waiblinger Altstadt ein. Das Gebiet grenzt im Osten an die Lange Straße und im Norden und Westen an die Stadtmauer, die hier einen ihrer längsten Abschnitte hat. Der Bereich war eine Mischung aus Wohngegend und Gewerbegebiet, durchsetzt mit vielen Scheunen und Werkstätten. Die Nutzung der Gebäude wechselte gelegentlich, spätestens im 18. Jahrhundert wurden aber die meisten Scheunen für eine Wohnnutzung umgebaut.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockete Behausung und Scheuren samt Thenen und 2 Bärn auch 2. getren[n]ten Kellerle, an H.[err] Jakob Fr.[iedrich] Kaufmanns Scheuren im Sak, stoßt vornen auf die Allmand, und hinten die Stadtmaůren.

Lage

 

Gebäudebeschreibung

 

Untere Sackgasse 10 (Bildquelle: Helmut Proß)Untere Sackgasse 10 (Bildquelle: Helmut Proß)Bau- und Besitzgeschichte
Die Besitzgeschichte des Doppelhauses Untere Sackgasse 8 und 10 kann aufgrund der Quellenlage nicht unterschieden werden. Am 06. September 1700 verkaufte die Stadt Waiblingen dem Maurer und Steinhauer Martin Mösch eine "hauß Hoffstatt", die hinten an die Stadtmauer stieß. Den Kaufpreis von 50 Gulden sollte Mösch mit Arbeiten an den städtischen Gebäuden abverdienen. Mösch hat einen Teil des Grundstücks mit einem Haus bebaut, eine Teilfläche wurde zu einem Küchengarten hergerichtet. Das Anwesen wechselte dann häufig den Besitzer, meist für einen Kaufpreis von 800 Gulden. Um 1750 scheint der Küchengarten zunächst mit einem Stall und dann mit einer Scheune bebaut worden zu sein. Im Lagerbuch der Geistlichen Verwaltung ist aber bereits 1701 von einem "Newerbawten Haůß ůnd Scheüren" die Rede. Die Besitzanteile waren ab dieser Zeit zersplittert, die Eigentümer waren Weingärtner, Bauern und kleinere Handwerker.

Im Haus Untere Sackgasse 8 ist zwar die vordere Fassade in den 1960er Jahren erneuert worden, ein Teil der Bausubstanz aus der Zeit um 1700 ist aber erhalten. In einem toten Winkel innerhalb des Hauses ist sogar ein Fenster eingebaut, das aus der Zeit um 1800 stammen könnte und das älteste in der Waiblinger Altstadt erhaltene Fenster sein könnte. Der Keller des Hauses stammt möglicherweise von einem Vorgängerbau aus der Zeit vor dem Stadtbrand von 1634 und weist mit einer Grundfläche von ca. 3m auf 2m und einer Höhe von ca. 2,5m die typischen Maße für die Waiblinger Unterstadt auf, wo die Keller aufgrund der Hochwassergefährdung nie besonders groß und tief waren.

1540er
Hans Eberle zinst aus einer Scheune, Anrainer: der alte Vogt Hans Lidhorn

1559
Melchior Häusele zinst aus einer Scheune, Anrainer: Hans Lidhorn, und alt Hans Klemm

1612
Alt Hans Klein zinst aus einem Haus und Hoffläche, Anrainer: Jörg Schwarz Haus, Hans Staib und Georg Schmidle Scheune sowie Hans Weller Scheune

1655
Rittmeister Hans Jörg Manz zinst aus einer Scheune

1700
Der Maurer und Steinhauer Martin Mösch kauft um 50 Gulden eine "hauß Hoffstatt" von der Stadt Waiblingen und bebaut das Grundstück mit Haus und Scheune, Anrainer: die Spitalscheune und Georg Ruof

1707
Martin Mösch verkauft das Anwesen an Johann Reinhard Zweifel, Zollbereiter, für 800 Gulden, der es noch im selben Jahr für den selben Preis an den Handelsmann Johann Christof Jäger weitergibt, Anrainer: Jörg Ruef und die Spitalscheune

1711
Jäger verkauft das Haus um 700 Gulden an Christian Göller

1720
Christan Göller kann von seinem Schwiegervater das Haus Lange Straße 14 erwerben und gibt daher seinen Besitz in der Unteren Sackgasse an Johannes Beißwänger, Kärcher, um 800 Gulden weiter.

1745
Nikolaus Ziegler Erben und Johannes Löwmann besitzen je eine Hälfte

1783
Simon Weipert, Bauer, verkauft eine Hälfte an Jakob Friedrich Weipert

1800
Jung Matthäus Sixt kauft ein Drittel von Friedrich Pfund, Bauer

1801/1802
Georg Philipp Dietrich kauft einen Anteil von Georg Heinrich Würtele und gibt ihn an Michael Heinrich weiter

1810
Michael Heinrich kauft ein Neuntel

1820
Jakob Lohrmann erwirbt einen Anteil

1822
Jos Klaas kauft einen Anteil von Michael Heinrich

1836
Untere Sackgasse 8
Michael Heinrich besitzt 10/18
Jung Jacob Lohmann besitzt 8/18

Untere Sackgasse 10
Jacob Friderich Klaas, Weingärtner ½
Jacob Friderich Heinrich, Weingärtner ½