Erbaut: 2. Hälfte 17. Jahrhundert, Umbau und Dacherneuerung 1792 (archivalisch datiert)
Parzellennummer 1836: 190
Grundfläche des Hauses 1836: 8,8 Quadratruten (entspricht ca. 72,2 qm)
Steueranschlag 1745: 79 Gulden, 47 Kreuzer (ab 1792: 100 Gulden)
Grundherrliche Abgabe:

Heiligen zu Oßweil 10 Kreuzer, 4 Heller
Anbau (gemeinsam mit Kurze Str. 28):
Geistliche Verwaltung Waiblingen 1 Kreuzer, 4 Heller an 16 Kreuzer, 1 Heller und 8 Kreuzer für 2 Herbsthühner
Heiligen zu Oßweil 2 Kreuzer, 2 Heller an 32 Kreuzer, 2 Heller
Inschriften:
17 HGK 92 (Hans Georg Kaiser)
MCK (Maria Catharina Kaiser)

Zwerchgasse 3 (Bildquelle: Helmut Proß)Zwerchgasse 3 (Bildquelle: Helmut Proß)Beim Gebäude Zwerchgasse 3 handelt es sich um ein kleines Handwerkerhaus ohne größere Nebengebäude, das auf einer Restfläche zwischen den Nachbargebäuden steht. Zur Kurzen Straße hin schließt sich die Obere Apotheke (Kurze Straße 28) mit der dazugehörigen Scheune (Zwerchgasse 1) an. In Richtung Lange Straße grenzt das Gebäude an die Zwerchgasse 5, zu der auch die hinter der Zwerchgasse 3 stehende Scheune gehörte. Zwischen den Häusern Zwerchgasse 3 und 5 befindet sich eine Zufahrt zu einem Innenhof, der die Häuser Lange Straße 51, mit dazugehöriger Scheune und Lange Straße 49 von hinten erschließt.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Ein Kleines 2 stockichtes Häußlen in der ZwerchGaßen, zwischen Frau Apotecker Becherin, und dem Alllmand Gäßlen, stost vornen auf die Gaß, und hinten Friderich Kauffmanns Scheůren.

Lage

 

Gebäudebeschreibung
Bei dem Gebäude Zwerchgasse 3 handelt es sich um ein zweigeschossiges, traufständiges Wohn- und Geschäftshaus. Der westliche Gebäudeteil besitzt eine weitestgehend massiv gemauerte Erdgeschosszone, die durch eine sandsteinerne Eckquaderung und ein großes Rundbogentor akzentuiert wird. Darüber erhebt sich ein verputztes Fachwerk-Obergeschoss. Der östliche Gebäudeteil ist im Erdgeschoss durch einen Ladeneinbau modern überformt. Im Obergeschoss dominiert hier eine unverputzte Fachwerk-Fassade. Nach oben schließt das gesamte Gebäude mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Mansarddach ab, welches leider durch überdimensionierte Schleppgauben im 2. Dachgeschoss entstellt ist.

Bau- und Besitzgeschichte

Zunächst bestand das Haus nur aus der rechten, westlichen Haushälfte. Dann gelang es Johann Ulrich Bunz im Jahr 1756 den linken, östlichen Hausteil dazu zu kaufen, der ursprünglich als Anbau zur 1928 abgebrochenen Scheune der Oberen Apotheke gehörte. Das im linken Hausteil im oberen Stockwerk freigelegte Fachwerk weist heute noch große Ähnlichkeit mit dem Fachwerk der Oberen Apotheke auf. 1792 ließ Hans Georg Kaiser den Eingangsbereich im rechten Hausteil erneuern, ein neues, schlichtes Steinportal einbauen und mit seinen Initialen versehen. Wahrscheinlich wurde bei dieser Umbaumaßnahme auch das Mansarddach über dem gesamten Gebäude aufgesetzt, das für eine gewisse Vereinheitlichung der beiden Hausteile sorgt.

1745
Johannes Wasmus, Schuhmacher

1748/1749
Johannes Wasmus verkauft das Haus an Johann Ulrich Bunz, der Nachbar in der Kurze Straße 28, Apotheker Becher, kann aber ein Vorkaufsrecht geltend machen und den Kauf übernehmen. Im Jahr darauf kann Johann Ulrich Bunz das Haus aber doch von der Witwe des mittlerweile verstorbenen Apotheker Becher kaufen.

1756
Johann Ulrich Bunz kann von der Erbengemeinschaft Klemm, als Erben der Apothekerfamilie Becher einen Anbau dazukaufen. Der Anbau wird dann in das Haus Zwerchgasse 3 integriert.

1766
Hans Jörg Kaiser, Stadtbote

1792
wegen Erweiterung wird der Steueranschlag von 79 Gulden auf 100 Gulden erhöht.

Zwerchgasse 3 Inschrift (Bildquelle: Martin Klöpfer)Zwerchgasse 3 Inschrift (Bildquelle: Martin Klöpfer)

1802
½ Johann Friedrich Kaiser, Stadtbote
½ Matthias Friedrich Jäger, Metzger

1818
Daniel Dobler, Schuhmacher

1832
3/7 Wilhelm Beck, Schreiner

1836
4/7 Karl Doderer, Metzger (von Matthias Friedrich Jäger)

1843
2/7 Friedrich Fischer, Schuhmacher (von Wilhelm Beck)
1/7 Wilhelm Beck, Schreiner
4/7 Fritz Pfleiderer (1838 von Carl Doderer)