Parzellennummer 1836: 192 und 192a
Grundfläche des Hauses 1836: 15,5 Quadratruten (entspricht ca. 127,2 qm)
Scheune: 19,6 Quadratruten (entspricht ca. 160,9 qm)
Steueranschlag 1745:
291 Gulden, 40 Kreuzer
Grundherrliche Abgabe:
zinsfrei
Zwerchgasse 5 (Bildquelle: Helmut Proß)
Das hübsche Fachwerkhaus Zwerchgasse 5 ist ein Handwerkerhaus, dessen Besitzgeschichte eng mit der Familie Kaufmann verbunden ist. Zum Haus gehörte eine relativ große Scheune, die sich aber nicht direkt am Haus befand, sondern am anderen Ende des Hofes, der das Karree Lange Straße - Kurze Straße - Zwerchgasse von innen erschließt. Die Scheune war vergleichsweise groß. Das läßt darauf schließen, dass die Bewohner neben ihrem Handwerk auch eine kleine Landwirtschaft betrieben haben, was durchaus üblich war. Da Haus und Scheune zinsfrei waren, also keine grundherrlichen Abgaben zu leisten hatten, sind sie in keinem Lagerbuch genannt. Daher läßt sich die Besitzgeschichte nicht weiter als bis zum mittleren 18. Jahrhundert zurückverfolgen. In dieser Zeit befand es sich im Besitz des Johann Friedrich Kaufmann, eines Bäckers, danach wurde es verkauft, gelangte aber bis zum des 19. Jahrhunderts noch zweimal in den Besitz dieser Familie. Die Familie Kaufmann in Waiblingen geht auf den Stammvater Johannes Kaufmann, einen Metzger zurück, der am 07.06.1659 in Schmiden geboren wurde, am 05.02.1682 das Waiblinger Bürgerrecht erwarb und ab 1692 als Gastwirt im Lamm in Waiblingen nachweisbar ist. Er war mit Anna Elisabetha Becher verheiratet, Tochter des Rudolf Becher, Bärenwirt, Kupferschmied und Gerichtsverwandter. Das Ehepaar hatte eine große Nachkommenschaft, die Familien zählte für ca. 200 Jahre zu den führenden und wohlhabenden Handwerkerfamilien in Waiblingen. Der erste bekannte Besitzer des Hauses, Johann Friedrich Kaufmann, geboren am 03.02.1699 war der letztgeborene Sohn des Stammvaters Johannes Kaufmann.
Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2. stockichte Behausung mit einem gewölbten Keller oben in der Statt in der ZwerchGaßen, zwischen H[err] Lam[m]wirth David Melchior Riegers Hoffstatt, und H:[err] Joh.[ann] Adam Weisen, Johann david Hezels et Conso[rten] gemeinschaftl:[iche] Hoffstatt, so dermahlen Tung Gerechtigkeiten, stost vornen auf die Zwerch Gaßen, und hinten H:[err] Stattschreiber Georg Christian Vishers Fr:[au] Witt:[we] Hoffstatt.
Eine Scheuren hinter dem Haůß hinüberwärts, mit einer s: v: Tung Gerechtigkeit zwischen Frau Apothecker Becherin, H:[err] Daniel Schreibers, und H.[err] Joh:[ann] Christoph Knausen Scheuren ein: anderseits dem Allmand Gäßlen, stost vornen auf Johan[n]es Waßmußen, und hinten H:[err] Stattschreiber Fischers Fr:[au] Witt:[we] Kuchen Gärttlen.
Lage
Gebäudebeschreibung
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Bau- und Besitzgeschichte
Das Fachwerkhaus stammt wahrscheinlich aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, als Waiblingen nach dem Stadtbrand wieder aufgebaut wurde. Es war nie unter mehreren Besitzern aufgeteilt und von außen sind keine Umbauten erkennbar, lediglich die Ladeneinbauten im Erdgeschoss dürften in den letzten Jahrzehnten erfolgt sein. Da das Haus nicht an einer Hauptstraßen steht, scheint der Veränderungsdruck es im 18. oder 19. Jahrhundert zu erhöhen oder abzureißen und größer wieder aufzubauen nicht allzu groß gewesen zu sein. Daher ist das Haus ein gut erhaltenes Beispiel für ein nach dem Stadtbrand erbautes Handwerkerhaus.
1745
Johann Friedrich Kaufmann, Bäcker
1760
an Hans Jörg Lorenz, Haumeister in der Mühle verkauft.
1773
Verkauf an Johann Georg Kaufmann, Bäcker.
1821
Verkauf an den Tochtermann Johann Christof Pfleiderer, Bäcker.
1836
Christoph Pfleiderer, Kastenpfleger
1843
Carl Sailer, Bäcker
1874
Christian Kauffmann, Bäcker