Erbaut: 1730 (inschriftlich datiert), wohl über älteren Grundmauern
Parzellennummer 1836: 122
Grundfläche des Hauses 1836: 12,4 Quadratruten (entspricht ca. 101,8 qm)
Steueranschlag 1745: 263 Gulden
Grundherrliche Abgabe:

Kloster Adelberg 10 Schilling oder 21 Kreuzer, 4 Heller
Kellerei Waiblingen gemeinsam mit Lange Straße 47 (je hälftig) 2 Kreuzer, 4 Heller
Inschriften:
D[avid] M[elchior]
R[ieger]
1730

Zwerchgasse 7 (Bildquelle: Helmut Proß)Zwerchgasse 7 (Bildquelle: Helmut Proß)Die beiden Häuser Lange Straße 47 und Zwerchgasse 7, beides Wohn- und Geschäftshäuser bzw. Gasthäuser ohne Nebengebäude, zinsen gemeinsam in die Kellerei Waiblingen und getrennt zum Kloster Adelberg. Daher ist zu vermuten, dass die beiden Grundstücke im Mittelalter zunächst eine Einheit bildeten und später aufgeteilt wurden.

Gebäudebeschreibung im Güterbuch 1745
Eine 2-stockige Behausung mit einem gewölbten Keller in der Zwerchgasse, zwischen Hans Jörg Kaufmann ein-, anderseits Herr Lammwirt Jäger Hofstatt, so eine Dunglege.

Gebäudebeschreibung 1877
Ein 2-stockiges Wohnhaus, 1 Stock von Stein, sonst Fachwerk mit gewölbtem Keller an der Zwerchgasse.

Lage

 

Gebäudebeschreibung
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Bau- und Besitzgeschichte
Das Haus Zwerchgasse 7 steht an einer eng bebauten Stelle der Waiblinger Altstadt, ganz in der Nähe der Kreuzung zwischen Lange Straße, Schmidener Straße und Zwerchgasse. Aufgrund der Zinsabgaben in die Kellerei Waiblingen und das Kloster Adelberg ist die Besitzgeschichte seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert gut nachvollziehbar, baugeschichtliche Details sind in den Quellen allerdings nicht überliefert. Das Portal ist mit den Initialien des David Melchior Rieger und der Jahreszahl 1730 versehen, allerdings scheinen die Stockwerksvorstöße des Fachwerkobergeschosses eher ins ausgehende 17. Jahrhundert zu passen. Genauere Erkenntnisse, ob David Melchior Rieger 1730 einen Neubau errichten oder nur ein neues Portal einbauen ließ könnte nur eine bauhistorische Untersuchung erbringen. Der auf der linken Seite des Dachgeschosses angebaute Zwerchgiebel dürfte im 19. Jahrhundert ergänzt worden sein.

Bei den Eigentümern sind die meisten Details über Christian Aigenmann bekannt, der im Kellereilagerbuch von 1568 als Besitzer des Hauses genannt ist. Aigenmann wird von 1536 bis 1569 als Schütze gemustert und ist in der Türkensteuerliste von 1545 mit einem überdurchschnittlich hohen Vermögensanschlag von 800 Gulden eingeschätzt. Dort sind übrigens auch die Kinder des Vorbesitzers Jakob Fischle genannt, allerdings nur mit 50 Gulden. In einem Schuldnerverzeichnis von 1591 ist die Witwe des Jörg Aigenmann in Weil der Stadt mehrfach als Gläubigerin mit teilweise hohen Summen erwähnt. Möglicherweise handelt es sich um die 1597 im Lagerbuch des Kloster Adelberg genannte Eigentümerin der Zwerchgasse 7, die aus irgendwelchen Gründen nach Weil der Stadt gezogen ist.

Das Gebäude war ab 1730 das Gasthaus zum Lamm, bis es 1781 an den Schneider Kurfeß verkauft wurde. Danach war es hauptsächlich im Besitz von Bäckern und wurde im 20. Jahrhundert wiederum als Gasthaus „Zur Eintracht“ umfunktioniert.

1494
Michael und Bernhard Nellinger aus ihren beiden Häusern (Lange Straße 47 und Zwerchgasse 7), Anrainer: Adam Binder

1511
Barbara Birkle und Klein Anna aus ihren beiden Häusern (Lange Straße 47 und Zwerchgasse 7)

1538
Jakob Fischle, später Christian Eigenmann, Anrainer: Matthias Müller Kinder und Kaspar Feckele

1568
Christian Eigenmann, Anrainer: Hans Wolfart, hinten Magdalena, Hans Küehorn Witwe Hofraite

1597
Georg Eigenmanns Witwe, Anrainer: Hans Kienzle, hinten Johann Eßer, Pfarrer in Gerlingen

1671
Hans Schildecker, Müller, Anrainer: Balthas Schaber und die Hartmännische Hofstatt, hinten ebenfalls Balthas Schaber neues Haus

1705
Andreas Weißer, Metzger, Anrainer: Johann Reinhard Haag, Küfer, hinten Johann Heinrich Walch, Lammwirt, Herberge in der Lange Straße

1730
Vollständiger oder teilweiser Neubau des Gebäudes durch David Melchior Rieger, Lammwirt

1764
Ehenachfolger Georg Friedrich Siegel, hernach Dreikönigswirt in Schwäbisch Hall

1775
Verkauf an Matthias Jäger, nun Lammwirt

1781
Verkauf an Jung Konrad Kurfeß, Schneider

1822
Verkauf an den Sohn Christian Wilhelm Kurfeß, Bäcker

1839
Ehenachfolger Johann Friedrich Stüber

1844
Johannes Reinhardt, Bäcker

1870
Witwe Katharina, geb. Bauer

1872
Ehenachfolger Christian Bregler, Bäcker

1888
Von der Mutter an den Sohn Gottlieb Reinhardt, Bäcker

2. Hälfte 20. Jahrhundert bis 2014
Gaststätte Eintracht